Rekord trotz Rückgangs: Jeder vierte Tourist in Antalya kommt aus Russland

05.08.2026 – 17:00 Uhr

In der laufenden Saison verzeichnet die türkische Urlaubsmetropole an der Riviera einen spürbaren Gästerückgang, bleibt aber fest in russischer Hand. Wie aus aktuellen Daten der Kultur- und Tourismusdirektion der Provinz Antalya hervorgeht, stellten russische Staatsbürger in den ersten sieben Monaten des Jahres jeden vierten ausländischen Besucher.

Demnach reisten von Januar bis Juli 2026 insgesamt 8.359.222 ausländische Touristen in die Mittelmeerregion. Das entspricht einem Minus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als noch 8.991.000 Gäste gezählt wurden. Als Hauptursachen für den Rückgang um rund 632 000 Personen gelten die anhaltenden geopolitischen Spannungen – insbesondere der Iran-USA-Israel-Konflikt – sowie die Auswirkungen des fortwährenden Ukraine-Krieges auf die wichtigen Quellmärkte der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

Russland hält die Spitzenposition

Mit 1.979.000 Ankünften in der 7-Monats-Bilanz führen russische Urlauber die Statistik trotz eines leichten Rückgangs von 2,4 Prozent weiterhin mit großem Abstand an. Ihr Anteil am Gesamttourismus beträgt 25,5 Prozent. Besonders auffällig ist die Entwicklung im Juli: Entgegen dem allgemeinen Trend legten die russischen Besucherzahlen um 7 Prozent auf 665 865 zu – ein Plus von rund 47 000 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Deutsche bleiben zweitwichtigste Gruppe

Auf dem zweiten Rang positioniert sich erneut Deutschland, das historisch als wichtigster Markt gilt. In den ersten sieben Monaten kamen 1 615 000 deutsche Urlauber (minus 6 %), was einem Marktanteil von 20,8 % entspricht. Im Juli wurde mit 425 299 Gästen ein Rückgang von fast 4 % registriert.

Großbritannien mit stärkstem Einbruch

Deutlich eingebrochen ist der britische Markt: Mit 773.000 Besuchern liegt das Vereinigte Königreich zwar auf Platz drei der Gesamtbilanz, verzeichnete mit einem Minus von 12 Prozent jedoch den stärksten Rückgang unter den fünf größten Nationen.

Auswanderer und Polen stabil im Vorderfeld

Die viertmeisten Urlauber stellte Polen, das in den vergangenen Jahren zum aufstrebenden Star avancierte. Mit 631.000 Ankünften gab es hier ein Minus von acht Prozent. Auf Rang fünf folgen die sogenannten „Gurbetçi“, im Ausland lebende türkische Staatsbürger. Ihre Zahl sank mit 596.000 Besuchern nur leicht um 1,4 Prozent.

Lichtblicke nur in Osteuropa

Ein differenzierter Blick auf die Top 20 der Herkunftsländer zeigt, dass fast alle Nationen rückläufige Zahlen verzeichnen. Einzig die Ukraine und Ungarn konnten Zuwächse verbuchen. Aus der Ukraine kamen trotz des Krieges 232.000 Gäste (ein Plus von zwei Prozent), aus Ungarn 76.000 (ein Plus von 14 Prozent). Bemerkenswert ist zudem der drastische Einbruch moldawischer Besucher (minus 27 Prozent) sowie ein zweistelliger Rückgang bei Gästen aus Rumänien, Litauen, der Slowakei, Österreich und Schweden.