ANKARA – Vor dem prestigeträchtigen Istanbul-Derby zwischen Fenerbahçe und Beşiktaş sind die türkischen Behörden gegen mutmaßliche Netzwerke für illegale Sportwetten vorgegangen. Justizminister Akın Gürlek teilte mit, dass bei der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft koordinierten Operation zahlreiche illegale Wettangebote und Zahlungswege aufgedeckt wurden.
Nach Angaben des Ministers identifizierte die Cybercrime-Abteilung der Istanbuler Gendarmerie 245 illegale Wettseiten, 110 verschiedene Zahlungsmethoden, 1.200 IBAN-Konten sowie rund 98.000 mit illegalen Wetten verbundene Webseiten.
Auf gerichtliche Anordnung wurde der Zugriff auf die ermittelten Webseiten gesperrt. Zudem wurden die Konten von mehr als 1.000 Personen und juristischen Personen beschlagnahmt, die nach Behördenangaben für illegale Wettaktivitäten und die Verschleierung von Erträgen aus Straftaten genutzt worden sein sollen.
Gegen die Verdächtigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das türkische Gesetz Nr. 7258 eingeleitet, das illegales Glücksspiel und Wetten regelt und unter Strafe stellt. Zudem wird wegen der Geldwäsche von Vermögenswerten aus Straftaten ermittelt.
Gürlek dankte der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft, der Gendarmerie und den an der Operation beteiligten Behörden. Zugleich betonte er, man werde nicht zulassen, dass die Begeisterung für den Sport für illegale Gewinne missbraucht werde.
„Wir werden unseren Kampf gegen Netzwerke für illegale Wetten und kriminelle Einnahmen entschlossen fortsetzen“, erklärte der Justizminister.