Rauchverbot-Offensive: Türkei will Zigaretten aus dem Alltag verbannen

31.01.2026 – 8:00 Uhr

Die Türkei bereitet einen umfassenden neuen Vorstoß im Kampf gegen das Rauchen vor. Ein vom Gesundheitsministerium erarbeiteter Gesetzentwurf sieht drastische Beschränkungen vor, um Tabakprodukte aus dem öffentlichen Bild zu verbannen und den Konsum weiter einzudämmen.

Wie der Privatsender Habertürk berichtete, sollen Zigaretten und andere Tabakwaren im Einzelhandel künftig nicht mehr sichtbar präsentiert werden dürfen. Ein Verkaufsverbot hinter der Kasse würde sie praktisch aus dem Blickfeld der Kundinnen und Kunden entfernen. Zudem plant die Regierung, das Rauchen in Parks, Gärten und auf Spielplätzen zu verbieten oder stark einzuschränken. Das Ziel besteht darin, Kinder davor zu schützen, Erwachsene beim Rauchen zu sehen, und die Akzeptanz von Tabakkonsum zu verringern.

Die geplanten Maßnahmen betreffen auch geschlossene Räume. Gesundheitsminister Kemal Memişoğlu kündigte bereits an, dass die gesetzlichen Arbeiten zur Ausweitung der Rauchverbote in Innenräumen kurz vor dem Abschluss stünden. Der Entwurf umfasst zudem strengere Regelungen für sogenannte „neuartige” Tabakerzeugnisse wie E-Zigaretten, denen oft fälschlicherweise eine geringere Schädlichkeit zugeschrieben wird.

Der Minister betonte, dass parallel dazu die Tabakentwöhnung durch aktivere Raucherentwöhnungskliniken und mobile Teams im ganzen Land gefördert werden solle. Der Gesetzentwurf soll dem Parlament bald vorgelegt werden.

Die Türkei verfügt bereits über einige der strengsten Tabakkontrollgesetze der Region. So ist seit einem Gesetz von 2008 das Rauchen in allen öffentlichen geschlossenen Räumen mit Ausnahme von Privatwohnungen verboten. Seit 2020 sind schlichte Standardverpackungen für alle Tabakprodukte Pflicht und Werbung sowie Promotion sind untersagt. Trotzdem raucht laut Statistiken weiterhin mehr als ein Viertel der Bevölkerung.

Bei Verstößen gegen die geltenden Rauchverbote müssen Privatpersonen mit Geldbußen rechnen, Gewerbetreibende, die die Regelungen nicht durchsetzen, mit deutlich höheren Strafen.