Wegen Verstößen gegen das Rauchverbot in Innenräumen haben die Behörden in Istanbul in den vergangenen fünf Jahren Geldbußen in Höhe von rund 694,7 Millionen Türkischen Lira verhängt.
Im Rahmen umfassender Kontrollen überprüften Gesundheitsteams in diesem Zeitraum rund 1,35 Millionen Betriebe in der Millionenmetropole. Dabei wurden 25.970 Unternehmen bestraft, weil sie das Rauchen in geschlossenen Räumen erlaubt hatten.
Darüber hinaus ordneten die Behörden die vorübergehende Schließung von 681 Betrieben an. Gegen 1.958 Personen wurden ebenfalls Bußgelder wegen Verstößen gegen die geltenden Nichtraucherschutzvorschriften verhängt.
Die Höhe der verhängten Geldstrafen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während sie im Jahr 2022 noch 22,26 Millionen Lira betrugen, summierten sie sich 2025 auf 278,96 Millionen Lira. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden bereits 205,82 Millionen Lira an Bußgeldern verhängt. Für die Kontrollen sind 65 mobile Teams mit insgesamt 145 Mitarbeitern im Einsatz.
Die Türkei hatte das Rauchverbot in Innenräumen bereits 2009 deutlich ausgeweitet, um Nichtraucher besser vor den gesundheitlichen Folgen des Passivrauchens zu schützen.
Nach Angaben von Professor Hasan Volkan Kara vom Wissenschaftlichen Beirat der türkischen Anti-Sucht-Organisation Yeşilay sterben weltweit jedes Jahr rund acht Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Etwa 1,2 Millionen Todesfälle seien auf Passivrauchen zurückzuführen. Zudem könnten giftige Partikel und Gase in geschlossenen Räumen noch drei bis sechs Monate nach dem Rauchen in der Luft und auf Oberflächen verbleiben.
Verstöße gegen das Rauchverbot können bei den zuständigen Gesundheitsbehörden oder über die Hotline des türkischen Gesundheitsministeriums gemeldet werden. Für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, werden zudem kostenlose Entwöhnungsprogramme angeboten.