Der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy ist in Italien mit dem Paestum-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurden seine Beiträge zum Schutz, zur Erforschung und zur Bewahrung des kulturellen Erbes. Insbesondere das von ihm initiierte Projekt „Kulturerbe für die Zukunft“ (Geleceğe Miras) fand internationale Anerkennung.
Ersoy nahm die Auszeichnung im Rahmen der 28. Internationalen Mittelmeer-Konferenz für archäologischen Tourismus entgegen, die im italienischen Paestum in der Provinz Salerno stattfand. Überreicht wurde ihm der Preis von Ugo Picarelli, Gründer und Direktor der Veranstaltung. Die Auszeichnung wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich um das archäologische Erbe, den Kulturtourismus und den interkulturellen Dialog verdient gemacht haben.
Die unter der Schirmherrschaft der UNESCO organisierte Veranstaltung brachte Vertreter aus den Bereichen Archäologie und Kulturtourismus zusammen. Zu den Kooperationspartnern gehörten die italienischen Ministerien für Auswärtige Angelegenheiten, Kultur und Tourismus sowie die nationale Tourismusbehörde.
Bei der Preisverleihung zeigte sich Ersoy geehrt und betonte die Bedeutung des Schutzes des historischen Erbes für kommende Generationen. Die Türkei liege an der Schnittstelle zahlreicher Zivilisationen und setze sich konsequent dafür ein, ihr historisches und kulturelles Erbe freizulegen, zu bewahren und international bekannt zu machen. „Jeden Schritt, den wir unternehmen, betrachten wir als einen Beitrag zur Erforschung der Menschheitsgeschichte und zur Stärkung der Verbindungen zwischen den Zivilisationen“, sagte der Minister.
Picarelli hob in seiner Laudatio insbesondere Ersoys Engagement seit seinem Amtsantritt im Jahr 2018 hervor. Das 2023 gestartete Projekt „Kulturerbe für die Zukunft“ habe, ausgehend von Aspendos, eine Vielzahl archäologischer Stätten einbezogen. Allein 2024 seien rund 5000 Menschen an den Arbeiten beteiligt gewesen, darunter etwa 2000 Fachleute.
Entscheidend für die Auszeichnung seien dabei nicht allein die bereitgestellten finanziellen Mittel, sondern vor allem die Bedeutung und der Anspruch, die Ersoy dem Projekt verliehen habe, erklärte Picarelli. „Kulturerbe für die Zukunft“ sei weit mehr als eine Kampagne zur Erhaltung und Erschließung archäologischer Stätten. Vielmehr handle es sich um ein Programm zur kulturellen Wiederbelebung, das die kulturelle Identität in den Mittelpunkt stelle und auch anderen Ländern als Vorbild dienen könne.