Nordtürkei in Alarmbereitschaft: Starkregen erhöht Hochwasser- und Überschwemmungsrisiko

19.05.2026 – 15:00 Uhr

Im Norden der Türkei herrscht derzeit erhöhte Alarmbereitschaft, da außergewöhnlich starke Niederschläge im Mai das Risiko von Überschwemmungen und Sturzfluten deutlich erhöhen. Besonders betroffen ist die Schwarzmeerregion rund um die Stadt Trabzon.

Laut Experten sollen die Regenmengen in diesem Frühling mehr als 60 Prozent über dem Durchschnitt liegen. „Wir haben in unserem Land, insbesondere in der Schwarzmeerregion, etwa 60 Prozent mehr Niederschlag als im Vorjahr gemessen. Dieses Muster wird voraussichtlich bis Ende Mai anhalten“, erklärte Prof. Dr. Turgay Dindaroğlu von der Karadeniz Technischen Universität.

Die starken Regenfälle stellen nicht nur eine Belastung für die Landwirtschaft dar, sondern bergen auch erhebliche Gefahren für die stark gebirgige Topografie der Ostschwarzmeerregion. Dort könnten plötzliche Starkregen schnell zu Sturzfluten führen. Überschwemmungen zählen laut Experten zu den größten Risiken.

Fachleute betonen zudem die Bedeutung funktionierender Entwässerungssysteme. Diese müssten auf Einzugsgebietsebene regelmäßig gereinigt werden, damit Wasser bei plötzlichen Regenfällen ungehindert abfließen könne. Auch Hindernisse in Flussläufen sowie Siedlungen in gefährdeten Bereichen sollten überprüft werden.

Neben Hochwasser wird auch Erosion als „unsichtbare Gefahr“ bezeichnet, die langfristig erhebliche Schäden verursachen kann.

In den vergangenen Tagen führten heftige Regenfälle bereits in mehreren Provinzen zu Schäden. In der Provinz Samsun kam es zu Überschwemmungen, bei denen Fahrzeuge weggespült und Straßen mit Schlamm bedeckt wurden. Im Bezirk Havza traten Bäche nach Starkregen über die Ufer.

Auch in der Provinz Çorum verursachte ein Tornado erhebliche Schäden, riss Dächer ab und entwurzelte Bäume. Mehrere Menschen wurden verletzt. In der Ortschaft Oyaca wurden zudem zahlreiche Gebäude so stark beschädigt, dass sie laut Behörden unbewohnbar sind.