Nobelpreisträger Aziz Sancar zu Gast an der Universität Diyarbakır

Bilder: DHA
24.10.2026 – 14:00 Uhr

Der Nobelpreisträger und Wissenschaftler Prof. Dr. Aziz Sancar hat bei einem Treffen mit Studierenden der Dicle-Universität in Diyarbakır über Fortschritte in der Forschung zur Behandlung von Hirntumoren berichtet. Bei seiner Präsentation betonte er, dass bereits wichtige Ergebnisse erzielt worden seien. Ob der Ansatz auch beim Menschen wirksam ist, müsse jedoch noch untersucht werden.

„Wir haben bei der Behandlung bedeutende Fortschritte gemacht. Aber ich weiß nicht, ob das beim Menschen funktioniert. Um das herauszufinden, sind weitere Studien nötig“, sagte Sancar bei einer Gesprächsveranstaltung unter dem Titel „Ein Leben für die Wissenschaft, ein Leben für die Menschheit“. Die Veranstaltung fand im Cahit-Sıtkı-Tarancı-Saal des Kultur- und Kongresszentrums der Dicle-Universität statt.

An dem Treffen nahmen unter anderem Universitätsrektor Prof. Dr. Kamuran Eronat, weitere Hochschulvertreter, Wissenschaftler, Studierende sowie zahlreiche Gäste teil.

 

 

„Ich habe noch nie vor einem so großen Publikum gesprochen“

Sancar erklärte, dass er Einladungen aus der Türkei und anderen türkischsprachigen Ländern ohne Honorar annehme. Nobelpreisträger erhielten für Konferenzen häufig zwischen 10.000 und 100.000 US-Dollar, sagte er. Entsprechende Angebote habe auch er bekommen, sie jedoch ausgeschlagen.

Zudem sprach der Wissenschaftler über seine persönliche Verbindung zur Region. Er wurde im Bezirk Savur in der Provinz Mardin geboren, fühlt sich nach eigenen Worten aber auch Diyarbakır verbunden: Seine Großmutter stammte aus der Stadt, außerdem leistete er dort seinen Militärdienst.

Nach seiner Ernennung zum Professor nahm Sancar an einem Programm der Vereinten Nationen in den USA teil, das Wissenschaftler für mehrere Monate in ihre Herkunftsländer entsandte, um diese zu unterstützen. Im Rahmen dieses Programms kam er an die Dicle-Universität, wo er Mikrobiologie unterrichtete und Forschungsarbeiten durchführte.

„Ich habe eine enge Verbindung zu Diyarbakır. Ich schätze und liebe Diyarbakır, Mardin und Savur“, sagte Sancar.

Weitere Forschung vor einer Anwendung am Menschen nötig

Mit Blick auf die Hirntumor-Forschung machte Sancar deutlich, dass der bisherige Stand noch keine Aussagen über eine mögliche Wirksamkeit beim Menschen zulasse. Es seien weitere Untersuchungen, Tests an größeren Tieren und detailliertere Analysen erforderlich.

Der Wissenschaftler berichtete auch von emotionalen Briefen, die ihn von Betroffenen und Angehörigen erreichten. Menschen bäten ihn um Hilfe, weil ihre Mütter oder Töchter schwer erkrankt seien. „Ich kann nichts tun, weil wir noch nicht so weit sind“, erklärte er.

Die Veranstaltung endete nach Sancars Vortrag mit der Übergabe eines Geschenks an den Nobelpreisträger.