Neues EU-Grenzsystem verzögert sich in neun Ländern

Bild: DHA
15.09.2026 – 10:00 Uhr

Deutschland und acht weitere europäische Länder setzen die Einführung des umstrittenen EU-Ein- und Ausreisesystems (EES) vorerst nicht vollständig um. Grund sind technische Probleme und befürchtete Engpässe an Flughäfen und anderen Grenzübergängen.

Biometrische Kontrollen vorerst ausgesetzt

Frankreich, Belgien, die Niederlande, Deutschland, Griechenland, Malta, Portugal, Italien und die Schweiz wollen mit der Erfassung biometrischer Daten warten, bis die notwendige Technik und Infrastruktur reibungslos funktionieren.

Das Entry/Exit System (EES) sieht für Reisende aus Nicht-EU-Staaten bei der Einreise in den Schengen-Raum unter anderem die Erfassung von Fingerabdrücken und Gesichtsbildern vor. Wegen hoher Auslastung an Flughäfen und technischer Schwierigkeiten wurde die vollständige Umsetzung in den neun Ländern nun verschoben.

Ziel der Übergangsregelung ist es, den Passagierfluss an den Grenzübergängen aufrechtzuerhalten und insbesondere in stark frequentierten Reisezeiten größere Verzögerungen zu vermeiden.

Kontrollen zunächst nach bisherigem Verfahren

Das EES war im Oktober vergangenen Jahres schrittweise eingeführt worden. Ursprünglich sollte das System in den ersten Monaten dieses Jahres vollständig in Betrieb gehen. Den Mitgliedstaaten war dafür bereits eine 150-tägige Übergangsfrist eingeräumt worden.

Bis die bestehenden technischen und infrastrukturellen Probleme behoben sind, sollen Reisende aus Ländern außerhalb der EU an den betroffenen Grenzübergängen weiterhin nach den bisherigen Kontrollverfahren abgefertigt werden.