Neuer Megaterminal am Frankfurter Flughafen: Warum Passagiere jetzt mehr Zeit für den Umstieg brauchen

21.04.2026 – 8:00 Uhr

Nach zehn Jahren Bauzeit, Kosten in Höhe von vier Milliarden Euro und einer Fläche, die der Frankfurter Innenstadt entspricht, nimmt der Frankfurter Flughafen am kommenden Donnerstag (23. April) das neue Terminal 3 offiziell in Betrieb. Für Reisende ändern sich damit die Abläufe grundlegend – von längeren Wegen beim Umsteigen bis hin zu neuen Freiheiten beim Handgepäck.

Mit der Eröffnung von Terminal 3 steht die größte logistische Veränderung im Flugverkehr der Region seit Jahren bevor. Der Betreiber Fraport zieht 57 Airlines aus den bisherigen Abfertigungsgebäuden in den Neubau um. Der Umzug erfolgt schrittweise in vier Wellen und erstreckt sich bis in den Sommer hinein.

Wer fliegt wo?

Den Auftakt machen am 23. April vor allem große internationale Fluggesellschaften aus dem asiatischen und arabischen Raum wie Emirates, Qatar Airways, Cathay Pacific und Etihad. In den folgenden Wochen kommen unter anderem American Airlines, British Airways, Air France, KLM sowie Ferienflieger wie TUI fly hinzu. Die Lufthansa-Gruppe und ihre Star-Alliance-Partner verbleiben im Terminal 1.

Ein Sonderfall ist die Fluggesellschaft Condor: Sie wechselt zwar ebenfalls ins Terminal 3, allerdings erst im Sommer 2027. Bisher war Condor für Umsteigeverbindungen mit der Lufthansa in Terminal 1 angesiedelt. Nach dem Zerwürfnis der beiden Airlines wird dieser Umstieg für Passagiere künftig deutlich aufwendiger, da ein Terminalwechsel notwendig wird.

Längere Wege erfordern mehr Zeitpuffer

Für Umsteiger ist die Streckenführung die entscheidende Neuerung. Terminal 3 liegt abseits des bisherigen Komplexes und verfügt über keinen eigenen Bahnhof. Die Anbindung erfolgt über die neu gebaute Sky-Line-Bahn, die im Zwei-Minuten-Takt verkehrt. Die Fahrzeit zwischen Terminal 1 und 3 beträgt acht bis zehn Minuten.

Obwohl Fraport eine Umsteigezeit von etwa 45 Minuten für realistisch hält, raten Experten Passagieren mit knappen Anschlüssen zu besonderer Eile und guter Orientierung. Für Anreisende mit dem Auto steht das neue Parkhaus P11 mit 8.500 Stellplätzen direkt an der A5 zur Verfügung.

Ende der 100-Milliliter-Beschränkung

Für den Standort Frankfurt ist der flächendeckende Einsatz moderner Computertomografen (CT-Scanner) an allen 19 Sicherheitsschleusen des neuen Terminals ein Novum. Die Geräte ermöglichen eine präzisere dreidimensionale Analyse des Handgepäcks.

Dadurch entfällt für Passagiere die Pflicht, Flüssigkeiten in einem separaten Ein-Liter-Beutel vorzuzeigen und auf 100 Milliliter pro Behälter zu begrenzen. Im Terminal 3 sind künftig bis zu zwei Liter Flüssigkeit pro Behälter im Handgepäck erlaubt. Laptops müssen in der Regel ebenfalls nicht mehr ausgepackt werden. Diese Regelung gilt jedoch ausschließlich für Terminal 3. Bei Rückflügen gelten die Bestimmungen des jeweiligen Abflughafens.

Nur Teilinbetriebnahme und kritische Stimmen

Zum Start geht zunächst nur ein Teil des gigantischen Komplexes in Betrieb. Genutzt werden das Hauptgebäude sowie die Flugsteige H (für Schengen-Flüge) und J (für Non-Schengen-Flüge). Der bereits 2022 fertiggestellte Flugsteig G wird vorerst nur eingeschränkt genutzt. Terminal 2 wird nach dem Auszug der Airlines für eine rund fünfjährige Sanierung geschlossen.

Das Projekt, dessen Pläne auf einen Beschluss aus dem Jahr 2000 zurückgehen, ist umstritten. Anwohner und Umweltverbände kritisieren zusätzliche Lärm- und Schadstoffbelastungen. Angesichts des Passagierrückgangs während der Corona-Pandemie und des Rückzugs von Ryanair steht zudem die Notwendigkeit des Kapazitätsausbaus auf bis zu 19 Millionen Passagiere jährlich in der Diskussion.

Über den Köpfen der ersten Reisenden schwebt im Check-in-Bereich indes ein spektakuläres Kunstwerk: Die bewegliche Installation „The First, the Last, Eternity” des Künstlers Bismarck besteht aus 636 Aluminiumscheiben und wiegt mehrere Tonnen.