Zum Start der Tourismussaison sorgt der frisch ausgebaute Flughafen von Antalya für Kontroversen. Zwar ist nach einer Investition von 927 Millionen Euro die Kapazität auf 82 Millionen Passagiere gestiegen, doch die neue Terminal-Organisation wirft bei Reisenden Fragen auf.
Im Zentrum der Kritik, die vor allem in den sozialen Medien ausgetragen wird, steht die Verkehrsanbindung. Die bestehende Straßenbahnlinie endet weiterhin am Inlandsterminal. Eine Verlängerung zum internationalen Terminal 2, das im Rahmen des Ausbaus von 90.000 auf 224.000 Quadratmeter erweitert wurde, wurde nicht umgesetzt. Während der Bauarbeiten sei dafür kein Baufeld freigehalten worden, lautet ein Vorwurf.
Für die rund drei Kilometer lange Strecke zwischen den Terminals müssen Passagiere auf Alternativen zurückgreifen. Die Flughafenverwaltung stellt einen kostenlosen, klimatisierten Shuttle-Service im 15-Minuten-Takt bereit. Alternativ können Reisende ein Taxi nehmen, dessen Kosten sich auf etwa 200 Türkische Lira belaufen.
Neben der schlechten Anbindung bemängeln Nutzer die mangelnden Fremdsprachenkenntnisse der Shuttle-Fahrer, die unzureichende Anzahl an Sitzplätzen in den Duty-Free-Bereichen sowie die Schließung des alten Terminal 1 in diesem Sommer.
Flughafenmitarbeiter wiesen die Vorwürfe teilweise zurück. So gebe es innerhalb der Terminals kostenloses WLAN, Wasserspender und ausreichend Sitzgelegenheiten an den Gates. Die Preise für Speisen und Getränke würden nicht vom Flughafenbetreiber, sondern von den privaten Pächtern festgelegt.
Das Investitionsvolumen des vom Konsortium TAV Airports und Fraport umgesetzten Projekts betrug 927 Millionen Euro. Die Zahl der Flugzeugabstellpositionen stieg von 108 auf 176. Laut der staatlichen Flughafenbehörde DHMI wurden von Januar bis Mai rund 9,17 Millionen Passagiere abgefertigt.
Die Umstrukturierung wird auch in der Tourismusbranche der umliegenden Urlaubsregionen, wie beispielsweise Alanya, genau beobachtet. Schließlich werden die Transferprozesse für internationale Gäste direkt von den Abläufen am Flughafen beeinflusst. Reisenden wird dringend empfohlen, für den Transfer zwischen dem Inlands- und dem Auslandsterminal ausreichend Zeit einzuplanen.