Neue Verkehrs-Offensive: Türkei will Motorradunfälle deutlich senken

14.05.2026 – 18:00 Uhr

Das türkische Innenministerium hat einen neuen Aktionsplan zur Kontrolle von Motorrädern gestartet. Ziel ist es, die steigende Zahl von Verkehrsunfällen zu reduzieren und die Verkehrssicherheit im Land zu verbessern.

Laut Ministeriumsangaben machen Motorräder mittlerweile 21,3 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge aus. Gleichzeitig waren sie jedoch in 47,1 Prozent aller Verkehrsunfälle im Zeitraum der ersten vier Monate 2026 beteiligt.

Behörden zufolge sind Motorradfahrer in der Mehrzahl der Fälle selbst für die Unfälle verantwortlich. Als häufigste Ursache gilt überhöhte Geschwindigkeit, die fast die Hälfte aller Verstöße ausmacht. Danach folgen Missachtung der Vorfahrt an Kreuzungen sowie unsichere Spurwechsel.

Besonders auffällig ist die Rolle von Kurierfahrern im Straßenverkehr. Obwohl sie nur 1,4 Prozent aller Motorräder ausmachen, sind sie an 19,8 Prozent der Motorradunfälle beteiligt.

Im Rahmen des neuen Aktionsplans sollen die Kontrollen deutlich verschärft werden. Geplant sind verstärkte Maßnahmen gegen:

  • Geschwindigkeitsüberschreitungen
  • Missachtung von Vorfahrtsregeln
  • unsichere Spurwechsel
  • Rotlichtverstöße
  • Fahren ohne Helm oder Schutzausrüstung
  • Fahren entgegen der Fahrtrichtung
  • gefährliche Fahrmanöver und Stunts
  • Alkohol am Steuer

Das Innenministerium kündigte zudem gesetzliche Änderungen an, um die Abschreckung zu erhöhen und die Wirksamkeit der Kontrollen zu verbessern.

Begleitend soll eine landesweite Kampagne für sicheres Fahren gestartet werden. Außerdem sind spezielle Schulungsprogramme für Motorrad- und Mopedfahrer geplant.