Der Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mersin, Adana, Osmaniye und Gaziantep geht weiter. Nach ihrer Inbetriebnahme soll sich die Fahrzeit zwischen Mersin und Gaziantep auf zwei Stunden und 15 Minuten verkürzen. Das teilte der türkische Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu mit.
Die insgesamt 312,5 Kilometer lange Strecke wird für Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern ausgelegt. Die elektrifizierte und mit Signalsystemen ausgestattete Bahnverbindung umfasst zwölf Tunnel, zehn Viadukte, 35 Brücken und 21 Bahnhöfe.
3,1 Millionen Fahrgäste pro Jahr erwartet
Nach Angaben des Ministers soll die neue Verbindung jährlich rund 3,1 Millionen Fahrgäste befördern können. Für den Güterverkehr ist eine Kapazität von 37,1 Millionen Tonnen pro Jahr vorgesehen.
Bauarbeiten zwischen Mersin und Adana zu 84,72 Prozent abgeschlossen
Auf dem Abschnitt zwischen Mersin und Adana liegt der Baufortschritt laut Uraloğlu bei 84,72 Prozent. Die Oberbauarbeiten für die Anbindung an den Flughafen Çukurova sowie der Bau der Viadukte Seyhan und Çukurova sind bereits abgeschlossen.
Auch die Aushubarbeiten und die Betonarbeiten für die oberen und unteren Bauteile im Bereich der Tarsus-Stadtdurchfahrt wurden beendet. Derzeit werden dort Bahnsteige gebaut und Gleise verlegt. Arbeiten an Bahnhofsgebäuden, technischen Anlagen, Straßenquerungen und Eisenbahnbrücken laufen weiter.
Die Bauarbeiten auf diesem Teilstück sollen 2027 abgeschlossen werden.
Auch auf den übrigen Abschnitten wird gebaut
Auf weiteren Teilen der Strecke gehen die Arbeiten ebenfalls voran. Auf dem 17 Kilometer langen Abschnitt zwischen Toprakkale und Mamure ist der Bau des Oberbaus abgeschlossen. In den Tunneln von Nurdağı wurden die Arbeiten an der Innenverkleidung und den Entwässerungsrinnen beendet.
Bessere Verbindung für Hafen und Industrie
Die neue Bahnstrecke soll nicht nur den Personenverkehr verbessern. Sie wird auch den Hafen von Mersin enger mit den organisierten Industriegebieten in Gaziantep verbinden. Dadurch sollen Transportkosten sinken, die Produktion in der Region gestärkt und die Exportkapazitäten ausgebaut werden.
Da die Verbindung Teil der geplanten Entwicklungsroute und des Mittleren Korridors ist, soll sie zudem die Position der Türkei in internationalen Logistiknetzwerken stärken. Auch die Handelsverbindungen mit Ländern im Kaukasus und in Zentralasien könnten davon profitieren.