Was als harmloser Ausflug begann, wurde für drei russische Touristen in der Türkei zu einem lebensgefährlichen Überlebenskampf. In dichtem Nebel hatten sie in den Bergen der Schwarzmeerregion die Orientierung verloren und mussten die Nacht im Freien verbringen. Spezialkräfte konnten die Gruppe am folgenden Tag nur durch einen stundenlangen Marsch durch unwegsames Gelände bergen.
Der Vorfall ereignete sich im Bezirk Çamlıhemşin in der Provinz Rize. Die drei Urlauber waren zu einer Wanderung auf der Amlakit-Hochebene aufgebrochen. Als plötzlich eine dichte Nebelwand aufzog, verloren sie die Orientierung und fanden den Rückweg nicht mehr. Aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse waren die Männer und Frauen nicht mehr in der Lage, selbstständig ins Tal abzusteigen, und setzten einen Notruf ab.
Nach Eingang der Meldung wurde umgehend eine koordinierte Suchaktion eingeleitet. Kräfte der nationalen Katastrophenschutzbehörde AFAD, Gendarmerie-Such- und Rettungsteams (JAK) sowie professionelle Bergsteiger rückten in das schwer zugängliche Gebiet aus. Die Suche gestaltete sich aufgrund des unebenen Terrains und der schlechten Sichtverhältnisse äußerst schwierig.
Erst in den frühen Morgenstunden gelang es den Rettungsmannschaften, Kontakt zu der vermissten Gruppe herzustellen. Es folgte ein etwa zehnstündiger, kräfteraubender Fußmarsch. Gegen 14:00 Uhr Ortszeit erreichten die Einsatzkräfte die erschöpften Urlauber schließlich in der unwirtlichen Vegetation des Hochlands, wo sie die Nacht verbringen mussten. Aufnahmen der Rettungskräfte dokumentieren den Moment des Zusammentreffens. Augenzeugenberichten zufolge war die erste Bitte der Touristen, die zwar wohlauf, aber dehydriert waren, nicht nach einem Telefon, sondern nach Wasser.
Nach einer ersten medizinischen Untersuchung vor Ort, bei der keine ernsthaften Verletzungen festgestellt wurden, übernahmen die Einsatzkräfte die Gruppe. Die Touristen werden derzeit unter Begleitung der Rettungskräfte sicher in eine bewohnte Ortschaft gebracht.