Minusgrade haben den Ulaş-See in der türkischen Provinz Sivas in eine frostige Landschaft verwandelt. Während die Wasseroberfläche großflächig zugefroren ist, halten zwei Vogelarten dem eisigen Winter stand: Grün- und Reiherenten. Drohnenaufnahmen zeigen die Tiere, wie sie sich in die letzten eisfreien Wasserlöcher des Sees zurückgezogen haben.
Der Ulaş-See ist seit 2016 als „Feuchtgebiet von nationaler Bedeutung“ eingestuft und gilt als wichtiger Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Dazu gehören unter anderem Löffler, Stelzenläufer, Flamingos und die gefährdete Reiherente. Im vergangenen Jahr war der See aufgrund sinkender Wasserpegel stark von Austrocknung bedroht. Es musste Notwasser aus lokalen Flüssen zugeführt werden, um das Ökosystem zu stabilisieren.
Erst ergiebige Niederschläge zu Beginn dieses Jahres haben den Wasserstand wieder ansteigen lassen. Die anschließende Kältewelle ließ die nun gefüllte Fläche jedoch zufrieren. Die meisten Zugvögel haben den See in Richtung wärmerer Gefilde verlassen. Zurückgeblieben sind die standorttreuen Enten, die bereits während der Dürreperiode nicht gewichen waren.
Die Luftbilder dokumentieren eindrucksvoll, wie sich die Vögel auf den wenigen eisfreien Stellen konzentrieren und so gegen die Elemente kämpfen. Die Szenerie bietet einen beeindruckenden Kontrast zwischen der lebensfeindlichen Eisdecke und dem hartnäckigen Überlebenswillen der tierischen Bewohner.