NATO-Gipfel in Ankara: Bündnispartner starten entscheidende Beratungen

08.07.2026 – 11:00 Uhr

Nach dem feierlichen Auftakt des NATO-Gipfels in Ankara beginnen die Staats- und Regierungschefs der 32 Mitgliedsländer am zweiten Gipfeltag ihre entscheidenden Beratungen. Im Mittelpunkt stehen höhere Verteidigungsausgaben, der Krieg in der Ukraine sowie die künftige Rolle des Bündnisses.

US-Präsident Donald Trump sorgte bereits bei seiner Ankunft in der türkischen Hauptstadt für Aufmerksamkeit. Er lobte das Verhältnis zu Präsident Recep Tayyip Erdoğan und sprach von einer guten „Chemie“ zwischen beiden Staatschefs. Gleichzeitig erneuerte Trump seine Kritik an mehreren europäischen NATO-Partnern und forderte diese erneut auf, ihre Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen.

Nach Angaben der NATO stiegen die Verteidigungsausgaben der europäischen Bündnisstaaten im Jahr 2026 um elf Prozent auf insgesamt 634 Milliarden US-Dollar. Damit wollen die Verbündeten zeigen, dass sie ihre Zusagen zur stärkeren Finanzierung der gemeinsamen Verteidigung einhalten.

Ukraine und Russland im Fokus

Auch der Krieg in der Ukraine steht erneut auf der Tagesordnung. Trump kündigte Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande des Gipfels an. Zuvor hatte er nach eigenen Angaben mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und will die Gespräche nach dem Treffen mit Selenskyj fortsetzen.

Die europäischen NATO-Staaten und Kanada wollen ihre militärische Unterstützung für die Ukraine fortsetzen und in den Jahren 2026 und 2027 jeweils Hilfen im Umfang von 70 Milliarden Euro bereitstellen. Selenskyj forderte die Verbündeten erneut auf, die ukrainische Luftverteidigung zu stärken und die Beitrittsperspektive seines Landes zur NATO offen zu halten.

Gespräche über Syrien und F-35

Am Rande des Gipfels will Trump außerdem mit Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa zusammentreffen. Das Gespräch soll die internationale Wiedereingliederung Syriens nach Jahren des Bürgerkriegs unterstützen.

Für die Türkei brachte Trump zudem positive Signale mit. Er erklärte, die USA würden eine Aufhebung der Sanktionen gegen Ankara prüfen und zeigten sich offen für einen möglichen Verkauf von F-35-Kampfjets. Die Türkei war 2019 nach dem Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 aus dem F-35-Programm ausgeschlossen worden.

„Wir wollen unsere Freunde nicht sanktionieren“, sagte Trump während eines Treffens mit Erdoğan. Der türkische Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass der langjährige Streit zwischen beiden Ländern beigelegt werden könne.

 

Erdoğan- und Trump-Porträt erleuchtet Hotel in Ankara

Anlässlich des NATO-Gipfels in Ankara ist die Fassade des Hotels, in dem US-Präsident Donald Trump während seines Aufenthalts untergebracht ist, mit einer besonderen Projektion versehen worden.

 

 

Auf der Außenwand des Hotels wurden die türkische Flagge, die Flagge der Vereinigten Staaten, die NATO-Flagge sowie ein gemeinsames Foto des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und von Donald Trump projiziert.

Rund um das Hotel gelten während des Gipfels umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen. Die großflächige Lichtprojektion mit den beiden Staatschefs zählt zu den auffälligsten Bildern am Rande des internationalen Treffens.