Kiew/Odesa – Ein türkisch verwaltetes Frachtschiff ist vor der ukrainischen Schwarzmeerküste gesunken – eine Woche nach einem russischen Raketenangriff, bei dem zehn Menschen ums Leben kamen. Das teilten die ukrainischen Behörden mit.
Der unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Frachter „Golden Leo“ war nach Angaben der ukrainischen Marine am 19. Juli beim Auslaufen aus dem Hafen von Tschornomorsk mit einer Ladung Mais von drei russischen Marschflugkörpern des Typs Kh-59/Kh-69 getroffen worden.
Durch den Angriff wurden Rumpf und Aufbauten des Schiffes schwer beschädigt. Laut der ukrainischen Schifffahrtsverwaltung war das Schiff danach nicht mehr seetüchtig. Es blieb noch etwa eine Woche über Wasser, bevor es am 27. Juli sank. Zum Zeitpunkt des Untergangs befanden sich keine Besatzungsmitglieder mehr an Bord.
Bei dem Raketenangriff kamen neun Crewmitglieder sowie ein ukrainischer Hafenlotse ums Leben. Acht weitere Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Die insgesamt 17-köpfige Crew bestand aus indischen und syrischen Staatsangehörigen.
Nach Angaben von Reuters gehört das Schiff der in Mumbai ansässigen Reederei Ocean Grace Shipping Ltd.. Betrieben wurde es von Friends Shipping Co., das über ein Büro in der türkischen Provinz Mersin verfügt.
Der Gouverneur der Region Odesa, Oleh Kiper, erklärte, das Schiff habe ukrainischen Mais geladen und warf Russland vor, gezielt zivile Handelsschiffe anzugreifen und damit die Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer zu gefährden.
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund zunehmender Angriffe auf Häfen und die Schifffahrt im Schwarzen Meer im Zuge des andauernden Krieges zwischen Russland und der Ukraine.