İZMİR – Nach monatelanger intensiver Erdbebenaktivität ist die sogenannte „seismische Serie“ im nordwesttürkischen Sındırgı (Provinz Balıkesir) nach Einschätzung eines Experten weitgehend beendet.
Der Seismologe Hasan Sözbilir, Leiter des Erdbebenforschungszentrums der Dokuz Eylül University, erklärte, die Spannungen entlang der betroffenen Verwerfungen hätten sich vollständig entladen. „Wir können sagen, dass die seismische Aktivität in Sındırgı beendet ist. Es gibt keine nennenswerte Spannungsakkumulation mehr“, sagte er.
Auslöser der monatelangen Aktivität waren zwei Erdbeben der Stärke 6,1 im August und Oktober vergangenen Jahres. Seitdem wurden mehr als 26.000 Erschütterungen registriert, viele davon mit einer Stärke über 4,0.
Untersuchungen zeigen, dass fünf miteinander verbundene Verwerfungssegmente entlang der Emendere-Störungszone die Hauptursache der Beben waren. Zudem wurde in der Region eine Bodensenkung von rund 20 Zentimetern festgestellt.
Auch wenn die Aktivität in Sındırgı deutlich nachgelassen hat, warnen Experten vor einer möglichen Verlagerung der Spannungen auf benachbarte Störungszonen im Nordwesten und Südosten, unter anderem in Richtung Balıkesir sowie nahe den Bezirken Gördes und Demirci in der Provinz Manisa.
In den vergangenen Wochen hat die Zahl der täglichen Erschütterungen deutlich abgenommen und beschränkt sich inzwischen auf einzelne, schwache Beben. Laut den Forschern handelt es sich bei der Serie um geothermisch bedingte Erdbeben.