Nach Hotelbrand mit 78 Toten in Bolu: Angehörige marschieren nach Ankara – „Alle Verantwortlichen müssen vor Gericht“

18.07.2026 – 14:00 Uhr

Ankara/Bolu – Angehörige der Opfer des verheerenden Hotelbrands von Bolu haben ihre Gerechtigkeitskampagne in die türkische Hauptstadt getragen. Nach einem mehrtägigen Marsch erreichten die Familien am 16. Juli Ankara und fordern weiterhin, dass alle Verantwortlichen für die Tragödie vor Gericht gestellt werden.

Der Protestmarsch begann am 11. Juli vor dem Gerichtsgebäude in Bolu. Initiator war Oktay Akişli, der bei dem Brand im Grand Kartal Hotel im Skigebiet Kartalkaya seine Mutter Gülçin, seinen Bruder Şenol und seine elfjährige Nichte Mina verlor.

Am sechsten Tag der Aktion erreichte die Gruppe den Bezirk Kahramankazan bei Ankara, wo sie vom hochrangigen Abgeordneten der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), Murat Emir, empfangen wurde.

Am 18. Juli ist eine Pressekonferenz vor dem Siegesdenkmal im Zentrum Ankaras geplant. Die Familien wollen damit ihrer Forderung nach umfassender Aufklärung und strafrechtlicher Verantwortung Nachdruck verleihen.

Vor dem Start des Marsches hatten Angehörige der Opfer in Bolu erklärt, dass der Kampf so lange weitergehen werde, bis sämtliche Verantwortlichen unabhängig von ihrer Position zur Rechenschaft gezogen würden.

„Dieser Kampf wird fortgesetzt, bis jeder Verantwortliche vor Gericht steht“, sagte der Anwalt Yüksel Gültekin, der bei dem Brand acht Familienangehörige verlor.

Bei dem Feuer im Grand Kartal Hotel kamen 78 Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Im Oktober 2025 verurteilte ein Gericht elf Angeklagte, darunter Hotelbesitzer Halit Ergül, wegen ihrer Rolle bei der Katastrophe zu lebenslangen Haftstrafen.

Die Angehörigen setzen ihre Forderungen jedoch fort und verlangen, dass auch öffentliche Verantwortliche und weitere Personen, denen sie eine Mitschuld zuschreiben, untersucht und gegebenenfalls angeklagt werden.