Nach Dürre nun Hochwassergefahr: Staudämme in der Türkei müssen Wasser kontrolliert ablassen

31.05.2026 – 12:00 Uhr

In mehreren Provinzen der Türkei sind Staudämme in dieser Woche gezwungen gewesen, kontrolliert Wasser abzulassen. Grund dafür sind außergewöhnlich starke Regenfälle, die die zuvor durch Dürre stark gesunkenen Wasserstände innerhalb kürzester Zeit wieder auf ein Maximum ansteigen ließen.

Noch vor wenigen Monaten hatten zahlreiche Regionen des Landes mit einer schweren Wasserknappheit und drohenden Versorgungskrisen zu kämpfen. Besonders in Zentralanatolien und an der Schwarzmeerküste wurden nun jedoch historische Niederschlagswerte erreicht. Laut Berichten brachen einige Regionen sogar 103 Jahre alte Regenrekorde.

Auch traditionell eher trockene Gebiete wie Izmir und Antalya verzeichneten innerhalb nur einer Woche Niederschlagsmengen, die sonst über mehrere Monate verteilt auftreten.

Die massiven Regenfälle führten dazu, dass zahlreiche Stauseen in verschiedenen Provinzen ihre Kapazitätsgrenzen erreichten. Um ein Überlaufen und mögliche Überschwemmungen zu verhindern, ordneten die Behörden kontrollierte Wasserabgaben an.

In der nordwestlichen Provinz Bursa sind die für die Trinkwasserversorgung wichtigen Doğancı- und Nilüfer-Staudämme inzwischen wieder vollständig gefüllt. Noch etwa sieben Monate zuvor waren ihre Pegelstände aufgrund der anhaltenden Dürre auf kritische Tiefstwerte gefallen. Nun liegen sie wieder bei nahezu 100 Prozent Auslastung.

Auch im Osten des Landes, etwa am Pembelik-Staudamm in Elazığ, wurden die Schleusen geöffnet, um überschüssiges Wasser kontrolliert abzuleiten. In der westlichen Provinz Kütahya überschritt der Enne-Staudamm ebenfalls seine maximale Kapazität und erreichte den höchsten Wasserstand seit drei Jahren.

Weitere kontrollierte Wasserabgaben wurden aus insgesamt sieben Staudämmen in den südöstlichen Provinzen Diyarbakır, Siirt und Mardin gemeldet. Die Behörden warnten die Bevölkerung eindringlich davor, sich in der Nähe von Flussbetten und Staudammgebieten aufzuhalten, da es zu plötzlichen Wasseranstiegen kommen könne.

Die aktuelle Entwicklung zeigt einen drastischen Wetterumschwung: Auf eine Phase extremer Trockenheit folgt nun eine Phase mit ungewöhnlich starken Niederschlägen und potenzieller Hochwassergefahr.