Mögliches Wrack der „Filo Jet“ in 550 Metern Tiefe vor Kyrenia entdeckt

02.09.2026 – 15:00 Uhr

KYRENIA – Bei der Suche nach der am 30. August vor Kyrenia gesunkenen Passagierfähre „Filo Jet“ haben Einsatzkräfte möglicherweise das Wrack des Schiffes auf dem Meeresgrund entdeckt. Ein Schiff der türkischen Marine ortete ein Objekt in rund 550 Metern Tiefe, bei dem es sich nach ersten Einschätzungen um die Fähre handeln könnte. Eine endgültige Bestätigung steht noch aus.

Das Marineschiff „TCG Işın“ entdeckte das Objekt am 1. September bei robotergestützten Untersuchungen des Meeresbodens. Der Präsident Nordzyperns, Tufan Erhürman, bestätigte den Fund.

„Ein Objekt, bei dem es sich vermutlich um das gesunkene Schiff handelt, wurde gefunden. Es wurde in einer Tiefe von 550 Metern entdeckt“, sagte Erhürman. Die Identität des Objekts müsse jedoch zunächst eindeutig geklärt werden.

Unterwasserroboter soll Fund untersuchen

Nach Angaben des Kommandanten der „TCG Işın“, Ulaş Cesur, wollen die Einsatzkräfte zunächst die genaue Position und Identität des Objekts feststellen. Anschließend soll ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug eingesetzt werden, um den Fund genauer zu untersuchen.

Das Fahrzeug kann Bilder vom Meeresboden übertragen und mithilfe von Roboterarmen Gegenstände aufnehmen oder bergen. Gleichzeitig wird die Suche an der Meeresoberfläche fortgesetzt.

Am 2. September soll das türkische Marineschiff „TCG Alemdar“ zur Such- und Rettungsaktion hinzukommen. Das Schiff verfügt über spezielle technische Ausrüstung für Untersuchungen und Bergungsarbeiten in großen Tiefen.

20 Menschen weiterhin vermisst

Die „Filo Jet“ war am 30. August rund vier Seemeilen vor Kyrenia gekentert. Die Fähre war kurz zuvor vom Hafen in Richtung Taşucu in der südtürkischen Provinz Mersin ausgelaufen.

An Bord befanden sich 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Bei dem Unglück kamen acht Menschen ums Leben, weitere 20 Menschen werden weiterhin vermisst.

Von den 19 Überlebenden, die nach dem Unglück in Krankenhäusern auf der türkisch kontrollierten Seite Zyperns behandelt wurden, konnten inzwischen 13 entlassen werden. Sie kehrten anschließend in die Türkei zurück.

Ermittlungen zur Unglücksursache

Auch die Untersuchung der Unglücksursache hat begonnen. Nach Angaben des nordzyprischen Verkehrsministers Erhan Arıklı soll ein sechsköpfiges Expertenteam des türkischen Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur die Ermittlungen unterstützen.

Die Experten sollen unter anderem die Zertifikate der 26 Jahre alten Fähre sowie deren Inspektions- und Wartungsunterlagen überprüfen. Auch frühere Reparaturen und die Seetüchtigkeit des Schiffes werden untersucht.

Darüber hinaus sollen die Beladung und Stabilität der Fähre, das Verhalten der Besatzung sowie die Wetter- und Seebedingungen zum Zeitpunkt des Unglücks analysiert werden.

Die genaue Ursache für das Kentern und Sinken der „Filo Jet“ ist bislang nicht bekannt.