Istanbul – In der Türkei sind im ersten Halbjahr 2026 mindestens 201 Frauen Opfer von Femiziden geworden. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Türkischen Verbands der Frauenvereine hervor. Allein im Juni wurden demnach 37 Frauen getötet, während der Tod von weiteren zehn Frauen als verdächtig eingestuft wird.
Nach Angaben des Verbands wurden im Juni 15 Frauen von männlichen Familienangehörigen getötet. Vier Opfer wurden von ihren Ex-Ehemännern ermordet, zwei von ihren aktuellen Partnern und eine Frau von ihrem Ex-Freund.
Rund 45 Prozent der Opfer waren zwischen 19 und 35 Jahren alt. Die jüngste getötete Frau war 21, die älteste 70 Jahre alt. Die meisten Tötungsdelikte ereigneten sich in den Wohnungen der Opfer – ein Hinweis darauf, dass Frauen selbst im eigenen Zuhause nicht vor Gewalt sicher sind.
Mit den im Juni registrierten Fällen stieg die Zahl der dokumentierten Femizide in der Türkei seit Jahresbeginn auf mindestens 201.
Frauenrechtsorganisationen weisen seit Jahren darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen weiterhin zu den größten gesellschaftlichen Problemen des Landes zählt. Die meisten Opfer werden von aktuellen oder ehemaligen Partnern oder anderen nahen männlichen Angehörigen getötet.