MetroPOLL-Umfrage: Nur jeder Vierte in der Türkei plant Sommerurlaub

20.07.2026 – 8:00 Uhr

Die Urlaubspläne der türkischen Bevölkerung sind 2026 stark von der angespannten Wirtschaftslage überschattet. Nur 24,4 Prozent der Bürger planen in diesem Sommer eine Reise, während fast die Hälfte aus finanziellen Gründen zu Hause bleibt. Das geht aus der aktuellen „Puls der Türkei“-Umfrage des Instituts MetroPOLL für Mai 2026 hervor.

Zwar ist die Reiselust im Vergleich zu den Vorjahren leicht gestiegen, doch die hohen Kosten wirken als harte Bremse. 47,3 Prozent der Befragten gaben an, in diesem Sommer nicht zu verreisen, wobei wirtschaftliche Gründe von der großen Mehrheit als Haupthindernis genannt wurden. 61 Prozent der Befragten sind zudem der Ansicht, dass die Preise in türkischen Urlaubsregionen übermäßig stark angestiegen sind.

Die Schere zwischen den Einkommensgruppen tritt bei der Urlaubsplanung deutlich zutage. Während lediglich 10 Prozent der Mindestlohnempfänger eine Reise beabsichtigen, sind es bei Haushalten mit dem Vierfachen des Mindestlohns oder mehr 56 Prozent.

Die finanzielle Last einer Reise hat sich für viele Haushalte dramatisch verschärft. Der Anteil derjenigen, die für ihren Urlaub mehr als ein volles Monatseinkommen ausgeben müssen, kletterte von 16,3 Prozent im Jahr 2022 auf nunmehr 38,5 Prozent.

Sparkurs prägt neues Reiseverhalten

Die ökonomische Zwangslage formt die Gewohnheiten grundlegend um: 38 Prozent der Befragten verzichten eigenen Angaben zufolge komplett auf eine Reise. Von denjenigen, die dennoch verreisen, geben 54 Prozent an, dass die tatsächlichen Kosten ihren gesetzten Rahmen sprengen. Die Konsequenzen: 17 Prozent haben ihr Budget gekürzt, 15 Prozent die Reisedauer verkürzt und 13 Prozent sind auf günstigere Unterkünfte ausgewichen.

Entsprechend dominiert die Preisfrage die Entscheidung: Für 36 Prozent der Bürger sind Kosten und Budgetverträglichkeit das wichtigste Kriterium bei der Urlaubswahl.

Bemerkenswert ist der sich verfestigende Wahrnehmungswandel bei Auslandsreisen. 39 Prozent der Befragten halten Urlaub im Ausland mittlerweile für kostengünstiger als Urlaub im Inland. Gleichzeitig beklagen 49 Prozent der Befragten zunehmend schwierigere Visaverfahren.

Die Forscher konstatieren in der Zusammenfassung der Studie, dass die Urlaubsnachfrage zwar zurückgekehrt sei, nun aber ein deutlich preisbewussteres, selektiveres und fragmentierteres Reisemuster vorherrsche.