Mersin: Skandal in Suppenküche – Rennpferd landet auf dem Teller

16.03.2026 – 10:00 Uhr

MERSİN – Nachdem in einer städtischen Suppenküche in der südtürkischen Stadt Mersin Fleisch eines ehemaligen Rennpferdes serviert worden war, ist der Besitzer des Tieres mit einer Geldstrafe von 132.108 Türkischen Lira (rund 2.988 Dollar) belegt worden. Grund ist laut Medienberichten, dass er die Spende des Pferdes nicht ordnungsgemäß bei den Behörden gemeldet hatte.

Der Fall wurde bekannt, nachdem ein Besucher der von der Stadt betriebenen Suppenküche beim Essen von Kavurma – einem Gericht aus gebratenem Fleisch – einen Fremdkörper entdeckt hatte. Daraufhin wandte er sich an das Landwirtschafts- und Forstministerium.

Ermittler stellten später fest, dass es sich bei dem Gegenstand um einen elektronischen Identifikations-Mikrochip handelte. Dieser gehörte zu „Smart Latch“, einer vierjährigen englischen Vollblutstute, die zuvor mehrere Rennen auf der Pferderennbahn in der nahegelegenen Stadt Adana gewonnen hatte.

Laboruntersuchungen bestätigten anschließend, dass das servierte Gericht Pferdefleisch enthielt.

Die Details wurden nach einer Mitteilung des Ministeriums vom 12. März bekannt. Darin hieß es, das Kavurma aus der städtischen Suppenküche sei in die Liste unsicherer Produkte aufgenommen worden, nachdem Tests Fleisch eines Einhufer-Tieres – also Pferd, Esel oder Maultier – nachgewiesen hatten.

Die Behörden konnten das Fleisch schließlich dem Rennpferd Smart Latch zuordnen. Die Stute war zuletzt im Oktober 2025 gelaufen und anschließend wegen einer Beinverletzung aus dem Rennsport genommen worden.

Besitzer Suat Topçu erklärte, er habe das Tier eigentlich einem Reitclub spenden wollen und dafür einen ihm bekannten Transporteur beauftragt. Was danach mit der Stute geschehen sei, habe er erst erfahren, als sich das Ministerium bei ihm meldete.

„Als ich hörte, was passiert ist, war ich am Boden zerstört“, sagte Topçu.

Die Behörden verhängten gegen ihn eine Geldstrafe, weil er die Spende des Pferdes nicht offiziell gemeldet hatte – eine Vorschrift, die gesetzlich vorgeschrieben ist.

Topçu betonte jedoch: „Die Strafe ist nicht wichtig. Wichtig ist, die Menschen zu finden, die diese Grausamkeit begangen haben.“

Ermittler gehen davon aus, dass das Pferd den Reitclub nie erreicht hat. Stattdessen sei es vermutlich geschlachtet worden. Das Fleisch könnte anschließend fälschlich als Rindfleisch deklariert und an das Unternehmen verkauft worden sein, das die städtische Suppenküche beliefert.

Die Stadtverwaltung erklärte ihrerseits, das verwendete Fleisch sei entsprechend der geltenden Vorschriften eingekauft worden.