Im vergangenen Jahr haben türkische Naturschutzbehörden rund 11.000 gesund gepflegte Wildtiere erfolgreich in ihre natürlichen Lebensräume entlassen. Wie die Generaldirektion für Naturschutz und Nationalparks (DKMP) mitteilte, handelte es sich dabei um verletzte, kranke oder geschwächte Tiere, die in spezialisierten Rehabilitationszentren versorgt wurden.
Über den Zeitraum von 2012 bis 2024 summiert sich die Zahl der ausgewilderten Tiere sogar auf nahezu 73.000, so DKMP-Generaldirektor Kadir Çokçetin. Die Tiere, die oft Opfer von Naturereignissen, Unfällen oder Erschöpfung sind, durchlaufen nach der Erstversorgung eine artgerechte Rehabilitation, bevor sie freigelassen werden.
Die Behörde unterhält dafür eigene Auffangstationen in elf Provinzen des Landes. Diese sind mit Notfallambulanzen, Operationssälen und sogar Intensivstationen ausgestattet. Nach der Freilassung werden viele Tiere mit Markierungen oder Sendern versehen, um ihren Lebensweg und ihre erfolgreiche Wiederanpassung zu überwachen.
Ein weiterer Schwerpunkt liege auf gezielten Zucht- und Aussetzprogrammen zur Stärkung der Biodiversität, so Çokçetin. In speziellen Stationen werden unter anderem Rebhühner und Fasanen gezüchtet. Diese werden nicht nur zur Bestandsstützung, sondern auch als biologische Schädlingsbekämpfer ausgewildert. Während Rebhühner bei der Reduzierung von Zeckenpopulationen helfen, kommen Fasanen gegen die als Landwirtschaftsschädling gefürchtete Marmorierte Baumwanze zum Einsatz.
Allein seit Beginn des vergangenen Jahres wurden so 36.250 Rebhühner und 9.000 Fasanen freigelassen. Seit 2014 liegt die Gesamtzahl der ausgewilderten Zuchtvögel bei über einer Million.
Abschließend appellierte Çokçetin an die Bevölkerung, illegale Jagdaktivitäten zu melden. Der Kampf um den Erhalt der Wildtierbestände sei ohne konsequente Einhaltung der Gesetze kaum zu gewinnen, warnte er.