Medicana expandiert nach Deutschland und kauft traditionsreiches Berliner Krankenhaus

16.07.2026 – 18:00 Uhr

Die türkische Medicana Health Group steht kurz davor, in den deutschen Markt einzutreten. So hat das Unternehmen eine Vereinbarung zur Übernahme des finanziell angeschlagenen Jüdischen Krankenhauses Berlin unterzeichnet. Der Abschluss des traditionsreichen Hauses, das auf eine 270-jährige Geschichte zurückblickt, hängt nun von der endgültigen Genehmigung durch die Berliner Gesundheitsverwaltung ab.

Das Akut- und Notfallkrankenhaus mit rund 350 Betten war im Oktober 2025 aufgrund massiver Kostensteigerungen und Budgetzwänge in eine Liquiditätskrise geraten. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Schulden zu restrukturieren, hatte die Klinik ein gerichtliches Insolvenzschutzverfahren beantragt.

Für Medicana ist Berlin die dritte Auslandsstation nach Bosnien-Herzegowina und Großbritannien. Der 34 Jahre alte Konzern beschäftigt eigenen Angaben zufolge insgesamt 15.000 Mitarbeiter und betreibt inklusive der ausländischen Standorte 19 Krankenhäuser. „Der Eintritt in den deutschen Markt ist ein wichtiger Meilenstein unserer langfristigen Wachstumsstrategie“, zitierten deutsche Medien aus einer Stellungnahme der Gruppe. Ziel sei es, ein starkes Netzwerk aufzubauen und die in der Türkei gesammelte Erfahrung im Krankenhausbereich nach Deutschland zu bringen.

Während die Senatsverwaltung die Übernahme prüft, treibt Medicana seine internationale Expansion weiter voran: Im Juni 2025 eröffnete das Unternehmen ein Krankenhaus in Sarajevo und im Oktober folgte mit Medicana Winchester das erste türkische Krankenhaus in Großbritannien. Für 2028 ist zudem ein Neubau mit 22.000 Quadratmetern in Bukarest, Rumänien, geplant.