Ein Luxusurlaub an der türkischen Ägäisküste ist für eine fünfköpfige Familie aus Mexiko beinahe in einer Tragödie geendet. Die Familie hatte rund 25.000 Euro für eine Reise auf der Yacht „Princess Alize“ bezahlt, die vor der Küste von Fethiye in der Provinz Muğla in Brand geriet und später sank.
Nach Angaben des Journalisten Emrullah Erdinç hatte Familienvater Emilio Heredia Lima den Betreiber bereits einen Tag vor dem Unglück schriftlich auf mögliche Sicherheitsprobleme hingewiesen. Aus E-Mails, die Teil der Ermittlungsakte sein sollen, geht hervor, dass in der Nacht Feueralarme ausgelöst wurden und Brandgeruch wahrnehmbar gewesen sei.
Der Betreiber habe den Vorfall laut Lima als Übung erklärt. In seiner Nachricht zeigte sich der Tourist jedoch skeptisch: Kein professionelles Schiff führe mitten in der Nacht bei schlafenden Gästen eine Feuerübung durch. Er forderte Aufklärung und verlangte, dass Rauch- und Feueralarme nicht deaktiviert, die Elektrik überprüft, Kohlenmonoxidmelder getestet und seine Familie in Notfallmaßnahmen eingewiesen werde.
Nur wenige Stunden später kam es laut seiner Aussage tatsächlich zum Brand. Gegen 5 Uhr morgens sei er von seinem Sohn mit den Worten geweckt worden, dass sich Rauch auf dem Schiff ausbreite. Seine Kabine habe sich innerhalb weniger Sekunden mit dichtem Rauch gefüllt.
Gemeinsam mit seiner Frau und den drei Kindern flüchtete Lima an Deck. Nach eigenen Angaben konnte sich die Familie nur mithilfe eines vorbeifahrenden Bootes in Sicherheit bringen. Ein Besatzungsmitglied namens „Alp“ habe bei der Rettung geholfen. Dem Kapitän wirft Lima hingegen vor, sich zunächst um seine eigene Rettung gekümmert zu haben.
Der Tourist erklärte außerdem, dass sein an Asthma leidendes Kind Rauch eingeatmet habe. Nach dem Unglück seien die medizinische Versorgung unzureichend gewesen und zahlreiche persönliche Gegenstände, darunter Reisepässe und elektronische Geräte, verloren gegangen. Der entstandene Schaden belaufe sich auf mehrere Zehntausend Euro.
Im Mittelpunkt der laufenden Ermittlungen steht nun die Frage, warum die schriftlichen Warnungen des Gastes offenbar nicht ernst genommen wurden. Ob mögliche Versäumnisse zum Ausbruch des Feuers beigetragen haben, sollen die Untersuchungen klären.