Kulturschatz kehrt heim: Spektakuläre Rückgabe nach über 20 Jahren

01.04.2026 – 9:00 Uhr

Nach mehr als zwei Jahrzehnten ist die historische Statue „Engel“ an ihren ursprünglichen Ort zurückgekehrt. Die sogenannte „Engel-Statue“ wurde von der Türkei offiziell dem Fener-Griechisch-Orthodoxen Patriarchat übergeben. Die Rückgabe ist Teil der umfassenden Bemühungen des Landes, Kulturgüter zu schützen und den illegalen Handel einzudämmen.

Die Übergabe fand am 27. März im Archäologischen Museum in Istanbul statt. Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy überreichte die Statue an Bischof Paisios, der das Patriarchat von Bartholomeos I. vertrat.

Die Statue war im Jahr 2004 bei einer Polizeiaktion in der westtürkischen Provinz Denizli sichergestellt worden. Ermittlungen ergaben, dass sie ursprünglich aus dem Garten des Aya-Yorgi-Klosters auf der Insel Heybeliada bei Istanbul stammt. Nach Abschluss der juristischen Verfahren wurde das Artefakt über Jahre hinweg sicher aufbewahrt.

Minister Ersoy bezeichnete die Rückgabe als Ausdruck des Respekts gegenüber dem gemeinsamen kulturellen Erbe sowie der Rechtsstaatlichkeit. Zugleich verwies er auf frühere Rückführungen. So waren bereits 2021 zwölf gestohlene Ikonen aus Kirchen auf der Insel Gökçeada an das Patriarchat übergeben worden.

Laut dem Ministerium hat die Türkei seit 2002 insgesamt mehr als 13.000 Kulturgüter zurückgeführt. Grundlage dafür seien wissenschaftliche Untersuchungen, internationale Zusammenarbeit sowie rechtliche Maßnahmen. Kooperationen mit Organisationen wie Interpol und der UNESCO sollen den illegalen Handel eindämmen. Zudem kommen zunehmend Technologien wie künstliche Intelligenz zum Einsatz, um weltweit nach gestohlenen Objekten zu suchen.

Parallel dazu investiert das Land in archäologische Forschung und Restaurierung. Bis 2025 wurden nach offiziellen Angaben Hunderte Ausgrabungsstätten untersucht, während Museen und historische Orte im vergangenen Jahr mehr als 33 Millionen Besucher verzeichneten. Auch große Restaurierungsprojekte, etwa an bekannten Bauwerken in Istanbul und anderen Regionen, werden vorangetrieben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherung und Dokumentation von Kulturgütern. So wurden in den vergangenen Jahren über eine Million Objekte im Inland beschlagnahmt. Mithilfe des sogenannten „TraceArt“-Systems versieht die Türkei registrierte Artefakte zudem mit unsichtbaren Markierungen, um ihre Herkunft eindeutig nachweisen zu können.