Kulturminister Ersoy: Türkei investiert 34 Milliarden Lira in Kulturerbe im Erdbebengebiet

Bilder: DHA
17.09.2026 – 11:00 Uhr

Die Türkei will insgesamt 34 Milliarden Lira in die Wiederherstellung des kulturellen Erbes in den vom Erdbeben betroffenen Regionen investieren. Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy erklärte, bislang seien bereits Arbeiten im Wert von 24 Milliarden Lira umgesetzt worden.

Nach den schweren Erdbeben vom 6. Februar 2023 habe das Kultur- und Tourismusministerium eine umfassende Wiederaufbaukampagne gestartet. Dabei gehe es nicht nur um die Reparatur beschädigter Gebäude, sondern auch darum, das kulturelle Erbe der betroffenen Städte langfristig zu bewahren, sagte Ersoy bei einem Besuch in Kahramanmaraş.

 

 

12,2 Milliarden Lira für Kulturdenkmäler

Über die Generaldirektion für Kulturgüter und Museen seien bislang mehr als 12,265 Milliarden Lira für Restaurierungsprojekte in den elf betroffenen Provinzen eingesetzt worden, erklärte der Minister.

79 Projekte an denkmalgeschützten Immobilien seien bereits abgeschlossen, an 17 weiteren werde gearbeitet. Für vier Projekte liefen derzeit die Ausschreibungsverfahren.

In Gaziantep wurde unter anderem die historische Burg von Gaziantep wiederhergestellt. Auch am Zeugma-Mosaik- und Archäologiemuseum sowie am Archäologiemuseum von Gaziantep wurden Schäden infolge des Erdbebens und anderer Naturkatastrophen beseitigt.

In Diyarbakır wurden Restaurierungs- und Schutzarbeiten an zahlreichen Kulturdenkmälern abgeschlossen – von den Stadtmauern und Museen bis zur Sankt-Georgs-Kirche und der Festung Zerzevan. Die dritte Phase der Umwandlung des ehemaligen Gefängnisses von Diyarbakır in ein Museum läuft weiter. Anfang 2027 soll das Gebäude als Kultur- und Kunstzentrum eröffnet werden.

In Hatay konzentrieren sich die Arbeiten auf die historische Stadtstruktur und das kulturelle Erbe. Neben der Instandsetzung des Hatay-Museums und der Restaurierung des Gastronomiezentrums wurden unter anderem das ehemalige Rathaus und historische Gebäude entlang der Kurtuluş-Straße restauriert.

Auch in Kahramanmaraş wurden Arbeiten an der Burg abgeschlossen. In Kurtuluş Mahallesi sollen weitere denkmalgeschützte Gebäude schrittweise restauriert werden. Projekte zum Schutz und zur Erschließung der antiken Stadt Germanicia und des Belediye Çarşısı sind ebenfalls in Arbeit.

678 Stiftungsdenkmäler untersucht

Auch die Generaldirektion für Stiftungen stellte laut Ersoy ein umfangreiches Budget bereit. Für die elf Erdbebenprovinzen wurden 22 Milliarden Lira eingeplant.

Gemeinsam mit technischen Teams und Experten der türkischen ICOMOS-Kommission wurden 678 Kulturdenkmäler im Besitz von Stiftungen untersucht. Dabei wurden 31 Gebäude als vollständig zerstört oder eingestürzt eingestuft. 144 wiesen schwere, 104 mittlere und 98 leichte Schäden auf. 301 Bauwerke überstanden das Erdbeben demnach ohne Schäden.

Von insgesamt 377 Bauwerken beziehungsweise Grundstücken, für die vertraglich vereinbarte Arbeiten laufen, seien inzwischen 209 abgeschlossen. Bis Ende 2026 sollen weitere 58 Projekte fertiggestellt werden, 110 weitere im Jahr 2027.

Für die verbleibenden Monate dieses Jahres sind zahlreiche Fertigstellungen geplant: ein Bauwerk im September, sieben im Oktober, 15 im November und 35 im Dezember.

Mehr als 1.600 private Kulturdenkmäler gefördert

Auch Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude erhalten Unterstützung. In den elf betroffenen Provinzen wurden nach Angaben des Ministers insgesamt 1.608 Vereinbarungen geschlossen – 1.297 für Projektförderungen und 311 für konkrete Restaurierungsarbeiten.

Dafür steht ein Förderprogramm von mehr als 2,14 Milliarden Lira zur Verfügung.

Ersoy betonte, dass nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze historische Stadtstrukturen und die kulturelle Identität der betroffenen Orte erhalten werden sollten.

Gesamtinvestition soll 34 Milliarden Lira erreichen

„Die Generaldirektion für Kulturgüter und Museen hat mehr als 12,2 Milliarden Lira, die Generaldirektion für Stiftungen 22 Milliarden Lira bereitgestellt“, sagte Ersoy.

Bislang seien insgesamt Arbeiten im Wert von 24 Milliarden Lira umgesetzt worden. Nach Abschluss der noch ausstehenden Projekte werde sich die Gesamtinvestition in den Erdbebenregionen auf 34 Milliarden Lira belaufen.

Die Erdbeben hätten erneut gezeigt, wie wichtig es sei, das kulturelle Erbe widerstandsfähiger gegen Katastrophen zu machen. Künftig sollten deshalb auch die Dokumentation von Kulturgütern, digitale Inventare und die Ermittlung baulicher Risiken weiter ausgebaut werden.