Kulturminister Ersoy: Muslimische Diaspora kann zu globaler Kraft werden

10.09.2026 – 6:30 Uhr

Beim 1. Forum der Muslimischen Diasporas in Ankara betonte der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy die Bedeutung gemeinsamer Werte, kultureller Bindungen und des menschlichen Potenzials.

Die weltweit lebenden muslimischen Diasporas könnten zu einer bedeutenden globalen Kraft werden, wenn sie ihre gemeinsamen Werte und kulturellen Verbindungen stärker nutzen. Das erklärte der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy beim 1. Forum der Muslimischen Diasporas in Ankara.

Unter dem Motto „Von den Wurzeln zu den Horizonten“ diskutierten Vertreter aus Politik und internationalen Organisationen über die Zukunft der muslimischen Gemeinschaften außerhalb ihrer Herkunftsländer. Ersoy betonte, dass Millionen Muslime weltweit trotz unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und geografischer Herkunft durch gemeinsame Werte verbunden seien.

„Soft Power“ mit globalem Potenzial

Nach Ansicht Ersoys verfügen die muslimischen Diasporas über ein erhebliches „Soft-Power“-Potenzial. Sie hätten in ihren jeweiligen Ländern längst wichtige Beiträge geleistet – von Wissenschaft und Kunst über Unternehmertum bis hin zum öffentlichen Leben.

Dieses menschliche Potenzial müsse stärker gebündelt und in eine Kraft verwandelt werden, die zur gemeinsamen Zukunft der Menschheit beitrage. Dafür müssten Wissen, Erfahrungen und personelle Ressourcen miteinander verbunden werden.

Gazza als Mahnung zur Zusammenarbeit

Auch die Lage im Gazastreifen sprach Ersoy an. Die dortigen Ereignisse seien eine große Prüfung für das gemeinsame Gewissen und Gerechtigkeitsempfinden der Menschheit. Zugleich zeige Gaza, wie wichtig eine engere Zusammenarbeit zwischen muslimischen Ländern und Diasporas sei.

Kultur und Sprache bezeichnete Ersoy als wichtige Instrumente im Kampf gegen Islamfeindlichkeit. Die islamische Zivilisation habe über Jahrhunderte bedeutende Beiträge zu Wissenschaft, Kunst, Literatur, Architektur und Philosophie geleistet. Dieses kulturelle Erbe müsse zeitgemäß weiterentwickelt und sichtbar gemacht werden.

Besondere Bedeutung misst Ersoy dabei der jungen Generation bei. Muslimische Diaspora-Jugendliche wüchsen häufig zwischen mehreren Kulturen auf und sollten bessere Möglichkeiten erhalten, ihre eigenen Geschichten und Werte sichtbar zu machen.

Ersoy rief die muslimischen Länder und Diasporas dazu auf, einen starken Raum für Zusammenarbeit und Solidarität zu schaffen. Gemeinsame Projekte, Wissen und Erfahrungen könnten dazu beitragen, neue Verbindungen zwischen Kulturen, Generationen und Gesellschaften aufzubauen.