Kulturelles Erbe in den Erdbebenregionen der Türkei erwacht zu neuem Leben

04.02.2026 – 13:00 Uhr

HATAY – Drei Jahre nach der verheerenden Erdbebenkatastrophe arbeitet die Türkei intensiv am Wiederaufbau ihres kulturellen Erbes. Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy erklärte, dass in den betroffenen Regionen 5.119 unbewegliche Kulturgüter begutachtet worden seien und 63 Restaurierungs- und Wiederaufbauprojekte bereits abgeschlossen wurden.

Minister Ersoy hielt sich im Vorfeld des dritten Jahrestages der Katastrophe zu verschiedenen Terminen in Hatay auf. Bei seinem ersten Programmpunkt inspizierte er das historische Gebäude der Stadtverwaltung von Hatay. Begleitet wurde er vom Gouverneur Mustafa Masatlı sowie vom Oberbürgermeister Mehmet Öntürk.

Nach dem Erdbeben seien in elf Provinzen umfassende Maßnahmen zur Sicherung und Wiederherstellung von Kulturgütern eingeleitet worden, sagte Ersoy.
„Als Ministerium tragen wir die große Verantwortung, unsere Geschichte, unsere Kultur und unsere Identität zu bewahren. Unmittelbar nach der Katastrophe sind wir mit diesem Bewusstsein in allen elf Provinzen vor Ort aktiv geworden und haben Kulturgüter erfasst, klassifiziert, gereinigt und dokumentiert“, erklärte der Minister.

Die geborgenen Artefakte seien inventarisiert und in Grabungslagern sowie Museen unter Schutz gestellt worden. Trümmer eingetragener Bauwerke seien gesichert und wertvolle Originalmaterialien aus stark beschädigten historischen Gebäuden sorgfältig aussortiert worden, um sie für spätere Restaurierungen zu nutzen.

63 Projekte abgeschlossen – Milliardeninvestitionen

Ersoy teilte mit, dass nach dem Erdbeben 364 der untersuchten 5.119 Bauwerke vollständig zerstört worden seien. Zudem seien 973 Gebäude schwer, 1.206 mittel und 1.036 leicht beschädigt worden. Auf Grundlage dieser Erhebungen seien Wiederaufbau- und Restaurierungsprojekte ausgearbeitet worden.

„Unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Standards und der originalen Bauweise haben wir bislang 63 Projekte in allen elf Provinzen erfolgreich abgeschlossen“, sagte Ersoy. Weitere 21 Maßnahmen befänden sich derzeit in Umsetzung und sollen zeitnah beendet werden.

Für diese Arbeiten seien rund 7,3 Milliarden Türkische Lira aus dem Budget des Ministeriums bereitgestellt worden. Zusätzlich erhielten 1.554 denkmalgeschützte Gebäude in Privatbesitz finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 2 Milliarden Lira – darunter Projekt- und Umsetzungshilfen.

109 Stiftungsbauten restauriert

Besonders betroffen seien auch Bauwerke der Generaldirektion für Stiftungen gewesen. Insgesamt seien 377 Stiftungsbauten in den Erdbebenprovinzen beschädigt worden, davon 31 vollständig zerstört. Drei Jahre nach der Katastrophe seien bereits 109 Bauwerke, darunter 33 in Hatay, originalgetreu restauriert worden.

„Bis Juni wollen wir die Arbeiten an den verbleibenden 268 Stiftungsbauten abschließen. Damit werden sämtliche durch das Erdbeben beschädigten Stiftungswerke in den elf Provinzen wiederhergestellt sein“, erklärte Ersoy.