Die türkische Provinz Yalova steht nach einem Antiterroreinsatz gegen eine Zelle der Terrororganisation IS im Zentrum der Aufmerksamkeit. Bei der Razzia im Stadtteil Elmalı am 29. Dezember 2025 wurden drei Polizisten getötet. Sechs IS-Mitglieder kamen ums Leben, nachdem sie das Feuer auf die Sicherheitskräfte eröffnet hatten. In dem Haus befanden sich auch Frauen und Kinder, die beim Einsatz in Sicherheit gebracht wurden.
Besonders für Aufsehen sorgt, dass die Familie eines der getöteten Terroristen — Zafer Umutlu — sich weigert, den Leichnam zu übernehmen. Sein Onkel erklärte:
„Wenn du auf meinen Staat und meine Polizei schießt, nehme ich deine Leiche nicht an.“
Die Familie habe die Behörden bereits drei Tage vor dem Einsatz gewarnt, weil sie einen Anschlag an Silvester befürchtete.
Nach der Operation starteten die Sicherheitskräfte landesweite Razzien. Über 500 Verdächtige wurden festgenommen — viele von ihnen sollen Anschläge auf Nicht-Muslime in der Neujahrsnacht geplant haben.
Warum Yalova?
Sicherheitsexperten erklären die Wahl Yalovas als IS-Stützpunkt mit mehreren Faktoren:
-
Strategische Lage: Nähe zu Großstädten wie Istanbul, Bursa, Kocaeli und Sakarya
-
Gute Anbindung: Straßen- und Fährverbindungen erleichtern Bewegung und Flucht
-
Schwer zugängliche Natur: Wald- und Berggebiete bieten Verstecke und Trainingsmöglichkeiten
-
Schwankende Bevölkerungszahlen: Tourismus und Kurzzeitvermietungen erschweren Kontrollen
So konnte die kleine Provinz — eigentlich bekannt als Kur- und Küstenstadt — zu einem abschirmten Treffpunkt und Transitort für Terrorstrukturen werden.
Die Ermittlungen zu möglichen weiteren Zellen und Unterstützern laufen weiter.