Kampf gegen Meeresverschmutzung: Alanya droht Hotels mit öffentlicher Namensnennung

05.06.2026 – 15:00 Uhr

Die Tourismushochburg am Mittelmeer will im Kampf gegen die Meeresverschmutzung zu drastischen Mitteln greifen. Die Stadtverwaltung kündigte an, künftig Hotels und andere Betriebe, die ungeklärte Abwässer ins Meer leiten, namentlich an den Pranger zu stellen.

Dies kündigte Alanyas Bürgermeister Osman Tarık Özçelik während der ordentlichen Ratsversammlung im Juni an. In der Sitzung, die unter seinem Vorsitz stattfand, antwortete er auf Anfragen aus dem Stadtrat und schlug dabei ungewöhnlich scharfe Töne an.

„Wir werden in diesem Jahr die Namen der Betriebe veröffentlichen, die ihr Abwasser in die Regenwasserkanäle oder direkt ins Meer einleiten”, erklärte Özçelik. Die betreffenden Unternehmen – gleich ob Hotel oder Apartmentanlage – werde man mit Foto und Namen öffentlich brandmarken. Man weise die Verantwortlichen bereits seit zwei Jahren auf die Pflicht zur Beseitigung dieser Missstände hin, so der Bürgermeister weiter.

Hintergrund sind offenbar anhaltende Umweltverstöße, die nicht allein auf die kommunale Infrastruktur zurückzuführen sind. Özçelik wies darauf hin, dass die Meeresverschmutzung nicht ausschließlich von Kläranlagen stamme. Als Beispiel nannte er konkrete Zahlen: So sei von 22 Hotels bekannt, dass deren Kanalisation direkt mit dem Meer verbunden sei.

Gleichzeitig betonte der Bürgermeister Fortschritte bei der öffentlichen Abwasserreinigung. So sei die Kapazität der Kläranlage in Konaklı erfolgreich verdoppelt worden und die Anlage arbeite nun einschließlich der Geruchsbekämpfung einwandfrei. Auch die zentrale Kläranlage in Alanya habe den Reinigungsbetrieb vollumfänglich aufgenommen, wenngleich die Außenverkleidung des Bauwerks noch nicht fertiggestellt sei.