Der Istanbuler Flughafen Sabiha Gökçen und der Flughafen Köln/Bonn haben eine Vereinbarung als „Schwesterflughäfen“ unterzeichnet. Ziel ist ein engerer Austausch in Bereichen wie Flughafen- und Terminalbetrieb, Digitalisierung, Flugsicherheit, Nachhaltigkeit, Rettungs- und Feuerlöschdienste sowie Passagiererlebnis.
Auf türkischer Seite sind die Flughafenbetreiber HEAŞ und ISG beteiligt, auf deutscher Seite die Flughafen Köln/Bonn GmbH. Die Partner wollen Erfahrungen und bewährte Verfahren austauschen, die betriebliche Effizienz verbessern und gemeinsame Projekte zu neuen Technologien und nachhaltiger Flughafenentwicklung entwickeln.
Zusammenarbeit soll auch neue Verbindungen fördern
Für Sabiha Gökçen ist Deutschland nach Angaben des Flughafens der wichtigste internationale Passagiermarkt. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 waren deutsche Staatsbürger unter den ausländischen Reisenden die größte Gruppe. Auch zwischen Köln/Bonn und Sabiha Gökçen besteht bereits eine enge Flugverbindung mit bis zu sieben Flügen täglich beziehungsweise rund 40 Verbindungen pro Woche.
Die neue Partnerschaft soll deshalb nicht nur den fachlichen Austausch stärken, sondern auch die Entwicklung des Streckennetzes und neue Flugverbindungen fördern. Zudem ist ein Austausch von Mitarbeitern vorgesehen, damit Beschäftigte die Abläufe und Arbeitsweisen des jeweiligen Partnerflughafens kennenlernen können.
Unterschiedliche Stärken, gemeinsames Potenzial
Beide Flughäfen bringen unterschiedliche Erfahrungen in die Zusammenarbeit ein. Sabiha Gökçen fertigte 2025 rund 48,4 Millionen Passagiere und mehr als 275.000 Flüge ab. Der Flughafen Köln/Bonn zählte im selben Jahr mehr als zehn Millionen Passagiere, schlug rund 840.000 Tonnen Luftfracht um und beschäftigte etwa 15.000 Menschen.
Während Sabiha Gökçen insbesondere über umfangreiche Erfahrungen im Passagier- und Flugbetrieb verfügt, gehört Köln/Bonn zu den wichtigen Fracht- und Logistikstandorten Europas. Die Flughäfen wollen diese unterschiedlichen Kompetenzen künftig stärker miteinander verbinden.
Verbindung zwischen Köln und Istanbul
Die Vereinbarung knüpft auch an die langjährigen Beziehungen zwischen den beiden Städten an. Köln und Istanbul sind seit 1997 Partnerstädte. Mit der „Schwesterflughafen“-Vereinbarung soll diese Verbindung nun auf die operative und institutionelle Ebene der beiden Flughäfen ausgeweitet werden.
Köln-Bonn-Geschäftsführer Cenk Özöztürk bezeichnete die Vereinbarung als neue Brücke zwischen Deutschland und der Türkei. Auch die Verantwortlichen von HEAŞ und ISG betonten die Bedeutung des Abkommens für den gegenseitigen Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie für die weitere Entwicklung der Luftverkehrsbeziehungen zwischen beiden Ländern.