Die internationale Klassikwelt trauert um einen ihrer herausragendsten Interpreten. Der gefeierte russische Geiger und Dirigent Sergey Stadler ist am vergangenen Sonntag während eines Linienflugs nach Istanbul infolge eines akuten medizinischen Notfalls verstorben. Er wurde 62 Jahre alt.
Laut Angaben der rumänischen Luftfahrtbehörden befand sich Stadler an Bord einer Maschine der türkischen Billigfluggesellschaft Pegasus Airlines, die von St. Petersburg zum Istanbuler Flughafen Sabiha Gökçen unterwegs war. Im Endanflug über rumänischem Luftraum verschlechterte sich sein Gesundheitszustand plötzlich und dramatisch. Die Besatzung des Airbus setzte daraufhin umgehend einen Notruf ab und signalisierte mit dem Transponder-Code 7700 eine allgemeine Luftnotlage.
Um eine schnellstmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten, leitete der Kapitän das Flugzeug sofort um. Die Maschine landete um 17:47 Uhr Ortszeit außerplanmäßig auf dem internationalen Flughafen Henri Coandă in der rumänischen Hauptstadt Bukarest.
Trotz des raschen Eingreifens örtlicher Rettungskräfte, die nach der Landung unverzüglich an die Maschine geeilt waren, konnte der Violinist am Flughafen nur noch für tot erklärt werden. Alle Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos.
Die genauen Umstände, die zu diesem lebensbedrohlichen Zustand führten, sowie die exakte medizinische Todesursache sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht bekannt. Offizielle Stellungnahmen der Airline oder der russischen Vertretung in Bukarest liegen bisher nicht vor.
Sergey Stadler zählte über Jahrzehnte zu den führenden Geigern seiner Generation. Er war Träger zahlreicher internationaler Preise, darunter der erste Preis beim renommierten Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau. Neben seiner Solokarriere war Stadler als Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Sinfonieorchesters St. Petersburg tätig. Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod löste in Künstlerkreisen und unter Klassikliebhabern weltweit tiefe Bestürzung aus.