Istanbul (DHA) – Im Rahmen einer groß angelegten Untersuchung wegen mutmaßlicher Geldwäsche im Umfeld des Großen Basars (Kapalıçarşı) haben die türkischen Behörden Haftbefehle gegen 80 Verdächtige erlassen. Bei koordinierten Einsätzen in 14 Provinzen wurden bislang 68 Personen festgenommen.
Die Ermittlungen werden von der Abteilung zur Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche der Staatsanwaltschaft Istanbul geführt. Nach Angaben der Behörden sollen Erlöse aus Betrugsdelikten – unter anderem über Forex-Geschäfte und IT-basierte Methoden – sowie Einnahmen aus illegalen Online-Wettplattformen über Strohfimen und private Bankkonten in den legalen Finanzkreislauf eingeschleust worden sein.
Die illegal erzielten Gelder seien anschließend auf Konten von Kryptounternehmen transferiert und ins Ausland verschoben worden, hieß es weiter.
Im Zuge der Operationen wurden Vermögenswerte beschlagnahmt, die nach Einschätzung der Ermittler aus den Straftaten stammen. Dazu zählen 28 Fahrzeuge, 41 Immobilien, 11 Wohnungen sowie acht Geschäftsobjekte. Betroffen sind demnach unter anderem Eigentümer von Scheinfirmen sowie Personen, die an Geldtransfers beteiligt gewesen sein sollen.
Die Einsätze fanden neben Istanbul auch in Adana, Ankara, Bursa, Gaziantep, Şırnak, Şanlıurfa, Osmaniye, Sakarya, Kayseri, Kırıkkale, Rize, Manisa, Muğla und Samsun statt. Die Ermittlungen dauern an.