Irischer Tourist erhält Entschädigung nach Hundebiss in Istanbuler Metrostation

28.05.2026 – 8:00 Uhr

Ein irischer Tourist hat vor Gericht eine Entschädigung zugesprochen bekommen, nachdem er in einer Metrostation in Istanbul von einem streunenden Hund angegriffen und verletzt worden war.

Der Vorfall ereignete sich am 19. April 2023 an der Yenikapı Metro Station im historischen Stadtbezirk Fatih. Der irische Staatsbürger Samuel Grzywna erlitt dabei Verletzungen durch einen Hundebiss.

Über seinen Anwalt reichte Grzywna Klage gegen mehrere öffentliche Einrichtungen ein. Er argumentierte, die zuständigen Behörden hätten ihre Pflicht zur Kontrolle und Überwachung streunender Tiere verletzt. Neben den Behandlungskosten verlangte er auch Schmerzensgeld wegen der psychischen und körperlichen Folgen des Angriffs.

Ein Gericht in Istanbul gab der Klage teilweise statt und sprach dem Touristen insgesamt mehr als 256.000 türkische Lira Entschädigung zu. Davon entfallen 6.713 Lira auf medizinische Ausgaben und Medikamente sowie 250.000 Lira auf immaterielle Schäden und Schmerzensgeld.

In der Urteilsbegründung verwies das Gericht auf mehrere türkische Gesetze und Vorschriften zum Tierschutz sowie zu den Pflichten von Kommunen und Verwaltungsbehörden. Demnach seien Gemeinden und Gouvernements für die Kontrolle, Überwachung und den Schutz im Umgang mit streunenden Tieren verantwortlich.

Die Entschädigungssumme soll gemeinschaftlich vom Gouverneursamt Istanbul, der Stadtverwaltung von Istanbul sowie der Bezirksverwaltung Fatih getragen werden. Jede Institution muss ein Drittel der Summe zuzüglich gesetzlicher Zinsen übernehmen. Außerdem wurden die Behörden verpflichtet, die Gerichtskosten anteilig zu tragen.