Hitzerekord in Westeuropa: Juni und Juli so heiß wie nie zuvor

Archivbild: DHA
11.08.2026 – 12:00 Uhr

Paris – Westeuropa hat in diesem Sommer einen neuen Temperaturrekord aufgestellt. Die Monate Juni und Juli waren zusammen so heiß wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig verschärften Hitze und Trockenheit die Gefahr von Dürren und Waldbränden in weiten Teilen Europas.

Nach Angaben des EU-Klimadienstes Copernicus lag die durchschnittliche Temperatur in Westeuropa im Zeitraum Juni und Juli bei 21,62 Grad Celsius. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2022 übertroffen. Copernicus sprach von einer außergewöhnlich lang anhaltenden Hitzeperiode.

Auch die Böden trockneten stark aus. Die Bodenfeuchtigkeit lag im Juli deutlich unter den Werten des Jahres 2022, als Westeuropa bereits von einer schweren Dürre betroffen war.

„Dies ist ein klares Beispiel dafür, wie der Klimawandel extreme Hitze verstärkt und wie sich Hitze und Trockenheit zunehmend gegenseitig verschärfen“, sagte Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), das den Copernicus-Klimadienst betreibt.

Besonders trockene Bedingungen wurden im Juli unter anderem in Frankreich, Spanien, Österreich und Ungarn registriert. Auch Großbritannien, Irland und Teile Islands waren betroffen.

Die Trockenheit ließ zudem die Wasserstände wichtiger Flüsse deutlich sinken. Besonders Rhein, Seine und Donau führten ungewöhnlich wenig Wasser. Dies beeinträchtigte in mehreren europäischen Ländern die Schifffahrt, Bewässerung und Energieproduktion.

Die hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit erhöhten zugleich die Waldbrandgefahr. Frankreich und Spanien kämpften in diesem Sommer gegen besonders schwere Brände. Auch andere europäische Länder sowie der Nordwesten der USA und Kanada waren von größeren Waldbränden betroffen.

Auch die Meere erreichen neue Höchstwerte

Nicht nur an Land wurden Rekordwerte registriert. Nach Angaben von Copernicus erreichten die Weltmeere im Juli den zweiten Monat in Folge eine Rekordtemperatur. Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Meere lag weltweit bei 20,96 Grad Celsius und damit über dem bisherigen Juli-Rekord aus dem Jahr 2023.

Besonders warm waren Teile des Mittelmeers und des Atlantiks. Als einen wichtigen Faktor nannten die Wissenschaftler zudem ein sich entwickelndes El-Niño-Ereignis im Pazifik.

Copernicus-Direktor Carlo Buontempo sprach von einem möglicherweise außergewöhnlich starken El Niño. Dessen Einfluss auf die globalen Temperaturen werde zunehmend größer.

El-Niño-Ereignisse erreichen typischerweise gegen Ende eines Jahres ihren Höhepunkt. Anschließend geben die aufgeheizten Meere Wärme an die Atmosphäre ab und können dadurch die weltweiten Temperaturen weiter erhöhen.

Nach Einschätzung von Buontempo könnte deshalb noch in diesem Jahr oder Anfang 2027 ein neuer Rekord bei der globalen Durchschnittstemperatur aufgestellt werden. Bereits 2023 und 2024 gehörten zu den heißesten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen.