Hinterhalt mit Kalaschnikows: Zwei Tote in der Türkei – fünf Verdächtige auf freiem Fuß

Bild: DHA
07.03.2026 – 10:00 Uhr

Nach einem tödlichen bewaffneten Angriff auf ein Auto auf der Straße zwischen Diyarbakır und Bingöl sind fünf zuvor inhaftierte Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Nach sechs weiteren flüchtigen Verdächtigen wird weiterhin gefahndet.

Bei dem Angriff am 5. Juli 2024 hatten Bewaffnete aus einem anderen Fahrzeug heraus mit Langwaffen auf ein fahrendes Auto geschossen. Dabei wurden zwei Männer getötet, vier weitere Insassen – darunter zwei Kinder – überlebten verletzt.

Die Staatsanwaltschaft von Diyarbakır erhob nach Abschluss der Ermittlungen Anklage gegen insgesamt elf Verdächtige. Ihnen werden unter anderem vorsätzlicher Mord, Mord aus Blutrache sowie illegaler Erwerb und Besitz von Schusswaffen vorgeworfen. Sechs der Beschuldigten sind weiterhin auf der Flucht.

Den Ermittlungen zufolge wurde das Fahrzeug der späteren Opfer bereits kurz nach der Abfahrt von einem anderen Auto verfolgt. Aufnahmen von Verkehrskameras und Kennzeichenerfassungssystemen sollen dies belegen. Die Angreifer stoppten das Fahrzeug schließlich und eröffneten mit Langwaffen das Feuer.

Ein Überlebender schilderte vor Gericht die dramatischen Momente des Angriffs. Während sie unterwegs gewesen seien, habe ein Auto sie zunächst überholt und dabei auf den vorderen Teil des Fahrzeugs geschossen. Beim zweiten Angriff hätten die Täter gezielt auf ihn, seine Frau und die Kinder gefeuert. Zwei maskierte Männer seien aus dem Wagen gestiegen und hätten aus etwa 30 bis 35 Metern Entfernung mit Kalaschnikows geschossen.

Nach der Tat versuchte der Mann, Hilfe zu holen und vorbeifahrende Autos anzuhalten. Seine verletzte Familie konnte schließlich mit einem anderen Fahrzeug ins Krankenhaus gebracht werden.

Das 8. Schwurgericht in Diyarbakır entschied in der fünften Verhandlung, die fünf inhaftierten Angeklagten bis zum Abschluss des Prozesses freizulassen. Als Begründung führte das Gericht an, dass die meisten Beweise bereits gesammelt worden seien und derzeit keine konkrete Flucht- oder Verdunkelungsgefahr bestehe.

Damit befindet sich derzeit keiner der Angeklagten mehr in Untersuchungshaft. Die Verhandlung wurde vertagt, während die Suche nach den sechs flüchtigen Verdächtigen weiterläuft.

Die Angehörigen der Opfer reagierten mit Unverständnis auf die Entscheidung. Sie kritisieren, dass wichtige Beweise ihrer Ansicht nach nicht vollständig geprüft worden seien, und fordern eine umfassende Aufklärung der Tat.