Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Evakuierung auf Teneriffa angelaufen

11.05.2026 – 12:00 Uhr

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Sonntag die Evakuierung der von einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch betroffenen Passagiere des Kreuzfahrtschiffs „Hondius” vor der Küste Teneriffas begonnen. An Bord der unter niederländischer Flagge fahrenden „MV Hondius” waren drei Passagiere an der seltenen Infektionskrankheit gestorben.

Die in blauen medizinischen Schutzanzügen gekleideten Schiffsinsassen wurden am Morgen mit kleineren Booten vom Schiff zum Hafen von Granadilla im Süden Teneriffas gebracht, wie AFP-Journalisten berichteten. Von dort aus erfolgte der Bustransfer zum Flughafen Teneriffa Süd, wo die Rückholflüge startbereit standen. Die spanischen Behörden betonten, dass es zu keinem Kontakt der Passagiere mit der lokalen Bevölkerung kommen werde.

Bei den Todesopfern handelt es sich laut Behördenangaben um ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Staatsangehörige. Weitere Reisende waren an der Krankheit erkrankt. An Bord wurde der sogenannte Anden-Virus nachgewiesen, der einzige Hantavirus-Typ, der von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Dieser Umstand hatte international für Besorgnis gesorgt.

Vor Ort erklärte Gesundheitsministerin Mónica García, dass alle Passagiere asymptomatisch seien und sich vor dem Verlassen des Schiffes einer letzten medizinischen Untersuchung unterzogen hätten. Bis Montag soll der Großteil der fast 150 Passagiere und Besatzungsmitglieder ausgeflogen sein. Den Anfang machten 14 spanische Staatsbürger, gefolgt von einem niederländischen Flug, der auch Deutsche, Belgier und Griechen an Bord nehmen sollte. Für Sonntag waren weitere Maschinen für kanadische, türkische, französische, britische, irische und US-amerikanische Staatsangehörige geplant.

Das letzte Flugzeug soll am Montag in Richtung Australien abheben, bevor das Schiff seine Reise in die Niederlande fortsetzt. Die Regionalbehörden drängen auf einen zügigen Abschluss der Aktion, da für Montag ungünstige Wetterbedingungen vorhergesagt sind, die das Schiff zum Ablegen zwingen würden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Freitag bestätigt, dass sechs von acht Verdachtsfällen an Bord positiv auf das Virus getestet wurden. Weitere Verdachtsfälle gibt es demnach nicht. Das Virus ist in Argentinien endemisch, wo die Expedition Anfang April in Ushuaia startete. Die WHO geht davon aus, dass die erste Infektion vor Reisebeginn stattfand und sich das Virus anschließend an Bord unter den Menschen weiterverbreitete.

Gesundheitsbehörden bemühten sich unterdessen, Bedenken hinsichtlich eines größeren Ausbruchs zu zerstreuen. Das Risiko für die globale öffentliche Gesundheit sei gering, betonten sie und warnten vor Vergleichen mit der Corona-Pandemie. Gegen das Virus, das üblicherweise von Nagetieren übertragen wird, gibt es weder Impfstoffe noch spezifische Behandlungen.