Hagia Sophia und Sultanahmet: Kulturminister Ersoy stellt umfassende Restaurierungen vor

02.03.2026 – 11:26 Uhr

Der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy hat den aktuellen Stand der Restaurierungsarbeiten an der Hagia Sophia und der Sultanahmet Camii vorgestellt. Die Arbeiten werden unter Aufsicht von wissenschaftlichen Kommissionen transparent und nach modernen, wissenschaftlichen Methoden durchgeführt.

Die Restaurierung der Sultanahmet-Moschee ist inzwischen abgeschlossen. Bei der Hagia Sophia wird die mehrschichtige Restaurierung nach Plan fortgesetzt. Minister Ersoy berichtete über die umfangreichen Maßnahmen: Auf den Fassaden und Minaretten wurden rund 11.000 m² Gerüste aufgebaut, alte, zementbasierte Putzschichten entfernt, biologische Ablagerungen gereinigt und Salzrückstände beseitigt. Für die Restaurierung kommen originalgetreue Materialien aus der Früh- und Spät-Byzanz sowie der Osmanischen Zeit zum Einsatz.

Ein besonders spektakulärer Fund sind die unter der Hagia Sophia entdeckten sieben 1.600 Jahre alten Tunnel. Bisher wurden über 1.068 Tonnen Erdmaterial entfernt und dokumentiert. Auch die unterirdischen Grabstrukturen im Vezir-Garten wurden gesäubert und erfasst.

Über die Restaurierung hinaus erläuterte Minister Ersoy, dass die Arbeiten an Minaretten, Kuppel und metallischen Bauteilen wie Kupfer- und Goldverzierungen fortgesetzt werden. Statikprüfungen, Georadar-Scans und digitale Modellierungen sichern die langfristige Stabilität des Bauwerks.

Sultanahmet erlebte die bislang umfassendste Restaurierung in über 400 Jahren. Auf einer Fläche von 1.200 m² wurden Stahlplattformen und hohe Gerüste aufgebaut, die Minarette strukturell gesichert und alle goldverzierten Elemente erneuert. Außen- und Innenfassaden aus Stein und Marmor wurden gereinigt und stabilisiert.

Die wissenschaftlichen Kommissionen begleiteten alle Schritte und stellten sicher, dass Mosaike und historische Elemente unversehrt bleiben. Die Restaurierung zeigt das Engagement der Türkei, diese kulturellen und architektonischen Meisterwerke für künftige Generationen zu bewahren.