ISTANBUL – Der Verkauf von Radarwarnern in der Türkei erlebt einen deutlichen Aufschwung, seit das neue Verkehrsrecht deutlich höhere Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen vorsieht. Die Geräte werden verstärkt über soziale Netzwerke und Online-Marktplätze angeboten, obwohl sie illegal sind.
Die Preise für Radarwarner liegen typischerweise zwischen 6.000 und 8.000 Türkischen Lira (ca. 135–180 USD). Verkäufer bewerben die Geräte mit Slogans wie „Frühwarnsystem für Geschwindigkeitskontrollen“ oder „Fahrassistent“, der Radarsignale analysieren und den Fahrer rechtzeitig warnen könne. Experten warnen jedoch, dass diese Versprechen wissenschaftlich nicht belegt sind.
Der Straßen- und Verkehrssicherheitsexperte Mert İntepe erklärte: „Radarwarner sind sowohl gesetzlich verboten als auch zunehmend wirkungslos gegen moderne Geschwindigkeitsüberwachungstechnologien. Viele Geräte geben Fehlalarme oder erkennen Kontrollen gar nicht.“ Dadurch entstehe ein falsches Sicherheitsgefühl, das die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährde.
Die neue Gesetzgebung sieht deutlich höhere Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen vor: In Wohngebieten werden Fahrer, die 6 bis 66 km/h zu schnell fahren, mit 2.000 bis 30.000 Lira (ca. 45–680 USD) bestraft. Außerhalb von Wohngebieten gilt eine ähnliche Regelung bei Überschreitungen von 11 bis 71 km/h.
Darüber hinaus droht Autofahrern, die Radarwarner oder ähnliche Geräte benutzen, eine Verwaltungsstrafe von 185.000 Lira (ca. 4.188 USD).