In der Istanbul und mehreren weiteren Provinzen hat die türkische Justiz umfassende Maßnahmen gegen einige der größten Geflügelproduzenten des Landes eingeleitet. Mehreren Unternehmen wurden staatlich eingesetzte Treuhänder (Trustees) zugewiesen, zudem kam es zu zahlreichen Festnahmen auf Führungsebene.
Nach Angaben von Justizminister Akın Gürlek richtet sich die Aktion gegen den Verdacht, dass Unternehmen im Weißfleischsektor Marktbedingungen manipuliert und dadurch unrechtmäßige Preissteigerungen verursacht haben sollen. Insgesamt stehen 13 Firmen unter gerichtlicher Aufsicht.
Zu den betroffenen Unternehmen zählen einige der größten Produzenten der Branche, darunter Şenpiliç, Banvit, Erpiliç, Keskinoğlu, Gedik Piliç und Lezita.
Im Zuge koordinierter Einsätze in acht Provinzen wurden zudem Haftbefehle gegen 32 Personen erlassen. Unter den Betroffenen befinden sich hochrangige Manager, darunter Geschäftsführer, Vorstandsvorsitzende und Finanzchefs.
Die Ermittlungen laufen unter der Koordination der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft und in Zusammenarbeit mit mehreren Ministerien, darunter Innen-, Handels- und Finanzministerium.
Ziel der Maßnahmen ist es laut Behörden, mögliche Verstöße aufzudecken, die zu Marktverzerrungen und ungerechtfertigten Preisanstiegen geführt haben könnten.
Ein gerichtlicher Treuhänder übernimmt dabei nicht die operative Geschäftsführung, sondern überwacht die Unternehmen und muss zentrale Entscheidungen genehmigen, während die bestehende Leitung grundsätzlich im Amt bleibt.
Die Türkei zählt mit einer Jahresproduktion von rund 2,5 Millionen Tonnen Geflügelfleisch zu den größten Produzenten weltweit.