Iznik (Bursa) – Liebeserklärungen, Herzchen, Telefonnummern und sogar Autonamen: Die historische Stadtmauer von Iznik in der türkischen Provinz Bursa ist erneut mit Sprayfarbe beschmiert worden. Die Mauer gehört zu den bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt, die seit 2014 auf der UNESCO-Welterbe-Vorschlagsliste steht.
Mit dem Bau der rund 4.970 Meter langen Befestigungsanlage wurde bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. während der Bithynischen Zeit begonnen. Später wurde sie unter den Römern und Byzantinern erweitert und erhielt ihre heutige Gestalt. Die zwischen zehn und 13 Meter hohen Mauern verfügen über vier große Tore und 114 Türme.
Obwohl die Graffiti regelmäßig entfernt werden, tauchen immer wieder neue Schmierereien auf. Die historischen Mauern, die jährlich Hunderttausende türkische und ausländische Besucher anziehen, werden dadurch zunehmend verunstaltet.

„Immer wieder in denselben Zustand versetzt“
Die Einwohnerin Latife Esmanur Dere beklagt, dass die Verschmutzung bereits seit Jahren ein Problem sei.
„Ich lebe seit meiner Geburt in Iznik. Seit Jahren ist es unser Problem, dass die Mauern auf diese Weise beschmutzt werden“, sagte sie. Die Graffiti seien bereits mehrfach entfernt worden, doch kurze Zeit später sähen die Mauern wieder genauso aus.
Dere fordert Maßnahmen gegen die Vandalen. Überwachungskameras und empfindliche Strafen könnten ihrer Meinung nach abschreckend wirken. Zudem würden an den historischen Mauern Feuer entzündet und weitere Schäden verursacht.
„Für die Menschen, die hierherkommen, ist das wirklich kein schöner Anblick. Ich denke, dass dagegen etwas unternommen werden muss – und ich wünsche mir das auch“, sagte Dere. (DHA)