Gesundheitsbehörde: 96 Prozent der Badegewässer in der Türkei sauber

07.06.2026 – 14:00 Uhr

Pünktlich zum Beginn der Badesaison hat die türkische Generaldirektion für öffentliche Gesundheit eine umfassende Wasseranalyse vorgelegt. Demnach weisen 96 Prozent der überwachten Badegewässer eine einwandfreie bis ausreichende Qualität auf. Die Behörde warnt jedoch eindringlich vor den gesundheitlichen Risiken der übrigen vier Prozent.

Generaldirektor Doç. Dr. Erdoğan Öz erklärte anlässlich des Weltumwelttages am 5. Juni, dass in den 35 Küstenprovinzen des Landes während der gesamten Saison im Zwei-Wochen-Rhythmus Proben entnommen werden. Jährlich kämen so an rund 1.500 Messstellen mehr als 17.000 Proben zusammen, die in den Laboren der Gesundheitsämter analysiert werden.

„Mehr als 90 Prozent unserer Badegewässer werden mit ‚ausgezeichnet‘ oder ‚gut‘ bewertet, weitere sechs Prozent gelten als ‚ausreichend‘. Lediglich vier Prozent der untersuchten Stellen wurden als ‚mangelhaft‘ eingestuft“, bilanzierte Öz. Diese Einstufung basiert dabei nicht auf einem einmaligen Ausreißer, sondern auf der konsequenten Bewertung aller Proben über die gesamte Saison hinweg.

Im Fokus der mikrobiologischen Untersuchung stehen die Indikatorbakterien Escherichia coli und intestinale Enterokokken. Diese Parameter zeigen fäkale Verunreinigungen durch menschliche oder tierische Einträge an und können zudem auf undichte Kanalsysteme hinweisen. „Steigen diese Werte über unsere festgelegten Schwellen, sinkt die Wasserqualität entsprechend. Nur wenn die Messwerte konstant unter diesen Grenzwerten bleiben, darf ein Gewässer das Prädikat ‚ausgezeichnet‘ tragen“, so der Generaldirektor.

Bei anhaltender Verschmutzung greift eine konsequente Regelung: Weist ein Badegewässer fünf Jahre in Folge eine mangelhafte Qualität auf, wird der entsprechende Strandabschnitt durch die zuständige Provinzkommission dauerhaft für den Badebetrieb gesperrt.

Um Transparenz zu gewährleisten, stellt die Behörde sämtliche Analyseergebnisse tagesaktuell auf dem Online-Portal „yuzme.saglik.gov.tr“ bereit. Dort finden Bürger nicht nur die aktuellen Wasserwerte, sondern auch Detailinformationen zur Infrastruktur der Strände: von der Beschaffenheit des Untergrunds über das Vorhandensein von Duschen und Toiletten bis hin zur Barrierefreiheit und der Verfügbarkeit von Rettungsschwimmern.

Als positiven internationalen Gradmesser nannte Öz zudem die steigende Zahl der Blauen Flaggen. Waren es 2024 noch 567 ausgezeichnete Strände, stieg die Zahl 2025 auf 577 und erreichte 2026 insgesamt 580.
„Damit belegt die Türkei im weltweiten Ranking der Länder mit den meisten Blauen Flaggen den dritten Platz”, unterstrich der Generaldirektor.

Trotz der positiven Gesamtbilanz richtete die Gesundheitsbehörde einen deutlichen Appell an die Bevölkerung, die veröffentlichten Daten vor dem Sprung ins Wasser zu konsultieren. „Wir raten dringend davon ab, in als mangelhaft eingestuften Gewässern zu baden. Verschmutztes Wasser kann eine Vielzahl von Erkrankungen verursachen – von Augen- und Hals-Nasen-Ohren-Infektionen bis hin zu schweren Magen-Darm-Erkrankungen“, warnte Öz.