Hoffnungsschimmer für eine der seltensten Hirscharten der Welt: Im Wildtierentwicklungsgebiet Düzlerçamı in der Provinz Antalya sind in diesem Jahr fünf Damhirsch-Kitze geboren worden. Dies ist ein wichtiger Erfolg für den Erhalt des Damwilds (Dama dama), dessen letzte reinrassige, natürliche Population weltweit genau in dieser Region lebt.
Wie die türkische Generaldirektion für Naturschutz und Nationalparks mitteilt, stieg der Bestand auf der 521 Hektar großen Aufzuchtstation „Eşen Adası” durch die Neuzugänge auf 177 Tiere. Die Geburten wurden von den Park-Rangern mittels Fotofallen dokumentiert. Die Setzzeit der Hirsche beginnt im Juni, sodass die Behörde in den kommenden Wochen mit weiteren Jungtieren rechnet.
Der Leiter der Aufzuchtstation, Ertürk Reçber, bezeichnet die Vermehrung als elementar für das Fortbestehen der reinen Population. „Die Tiere in nur einem Gebiet zu konzentrieren, wäre fatal. Eine Seuche oder ein Waldbrand könnte den gesamten Bestand auslöschen“, erklärte Reçber. Um dieses Klumpenrisiko zu minimieren, wurden bereits 123 Damhirsche aus der Zuchtstation in andere Landesteile umgesiedelt, unter anderem in die Regionen Aydın, Muğla, Manavgat und Isparta. Vor allem die sommerliche Waldbrandgefahr bereitet den Artenschützern große Sorgen. Für den Ernstfall existieren spezielle Notfallpläne.
Das 1966 gegründete Aufzuchtprojekt startete einst mit lediglich sieben Tieren. Um Inzucht zu vermeiden und die genetische Vielfalt zu stärken, werden aktuell gezielt Hirsche von außerhalb des Geheges eingefangen und in die Station integriert. Dabei wird der menschliche Kontakt auf ein absolutes Minimum beschränkt, um die Wildheit der Tiere nicht zu beeinträchtigen. Mittels GPS-Tracking verfolgen die Forscher zudem die Wanderrouten und Fressgewohnheiten der scheuen Tiere.