Naturkatastrophen haben in der ersten Hälfte des Jahres 2026 in der Türkei rund 90.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche beschädigt. Das erklärte Şemsi Bayraktar, Vorsitzender der Union der Türkischen Landwirtschaftskammern (TZOB).
Zu den größten Schadensursachen zählten Überschwemmungen, Starkregen, Hagel, Stürme, Frost, heftige Schneefälle, Tornados und Erdrutsche. Besonders betroffen waren zahlreiche Anbaugebiete im ganzen Land.
Nach Angaben der TZOB wurden zwischen Januar und Juni Überschwemmungen in 28 Provinzen registriert. Frost trat in 22 Provinzen auf, Starkregen und Hagel jeweils in 14 Provinzen. Stürme wurden aus neun Provinzen gemeldet, starke Schneefälle ebenfalls aus neun. Tornados und Erdrutsche verursachten in jeweils sechs Provinzen Schäden.
„Die zunehmende Intensität der Naturkatastrophen und ihr Druck auf die landwirtschaftliche Produktion werden von Jahr zu Jahr deutlicher“, sagte Bayraktar. Die Folgen beschränkten sich nicht nur auf Ernteausfälle. Auch Investitionen in Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmittel, Treibstoff und Arbeitskräfte gingen dadurch verloren.
Bereits 2025 sei für die Landwirtschaft als „Katastrophenjahr“ bezeichnet worden. Auch 2026 setze sich diese Entwicklung fort.
Bayraktar verwies erneut auf die Bedeutung von Ernteversicherungen. Trotz staatlicher Unterstützung sei die Versicherungsquote unter Landwirten weiterhin niedrig. Ein wesentlicher Grund seien die im Verhältnis zu den Einkommen der Betriebe hohen Versicherungsprämien.
Zugleich betonte der TZOB-Vorsitzende, dass sowohl weltweit als auch in der Türkei Zahl und Intensität von Naturkatastrophen zunehmen. Unter Berufung auf einen Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erklärte er, dass die durchschnittlichen jährlichen Schäden für die globale Landwirtschaft von 64 Milliarden US-Dollar in den 1990er-Jahren auf zuletzt rund 144 Milliarden US-Dollar gestiegen seien.