Mit einer emotionalen Gala und der Verleihung der Ehrenpreise hat das 26. Internationale Frankfurt Türk Film Festivali seine Pforten geöffnet. Bis zum 18. Juni steht das einwöchige Festival unter dem Motto „Die gemeinsame Sprache der Kulturen: Kino“ ganz im Zeichen der Völkerverständigung. „Das Kino ist eine Brücke zwischen Kulturen, Gesellschaften und Menschen“, erklärte Festivalpräsident Hüseyin Sıtkı zur Eröffnung im Frankfurter Cinestar Metropolis.
Bereits am Vorabend hatte ein Galadinner im nahegelegenen Rodgau Schauspieler, Regisseure und Produzenten aus der Türkei und Europa zusammengeführt. Der offizielle Auftakt geriet jedoch zu einem Abend, der besonders durch seine stillen und bewegenden Momente in Erinnerung bleiben wird. Unter Tränen nahm die Schauspielerin Perihan Savaş stellvertretend für ihren vor 31 Jahren verstorbenen Ehemann Yılmaz Zafer den Treuepreis entgegen.
„Wenn ich eines Tages nicht mehr in deinem Leben bin, schau zum Himmel. Der hellste Stern dort oben bin ich, und ich passe auf dich auf“, zitierte Savaş sichtlich ergriffen ihren verstorbenen Mann. Es sei die schönste Geschichte ihres Lebens gewesen. Gemeinsam mit dem gemeinsamen Sohn Savaş Zafer nahm sie die postume Ehrung entgegen. Der Sohn zeigte sich tief bewegt über die späte Würdigung für seinen Vater, an den er selbst kaum eigene Erinnerungen hat: „Es ist eine große Ehre für mich, diesen Preis im Namen meines Vaters entgegenzunehmen. Ich glaube, er ist immer bei uns.“

Von der stillen Rührung wechselte die Stimmung zu tosendem Applaus, als dem Urgestein Erdal Özyağcılar der Ehrenpreis verliehen wurde. Der Schauspieler zeigte sich beeindruckt von der Herzlichkeit in der Mainmetropole: „Ich habe hier keine Filme gesammelt, sondern wunderbare Menschen.“ Ebenfalls mit dem Ehrenpreis bedacht wurde die aus Deutschland stammende Schauspielerin Sibel Kekilli. In ihrer Dankesrede appellierte sie: „Ich weiß, wie schwer es ist, ein solches Festival zu organisieren. Diese Festivals müssen von Staaten und Kommunen wirtschaftlich viel stärker unterstützt werden.“
Den Schlusspunkt unter eine kurzweilige Gala setzte schließlich ein Star, der für handfeste Unterhaltung bürgt: Ozan Akbaba, der Hauptdarsteller der Eröffnungskomödie “Bak Postacı Geliyor” (“Schau mal, der Postbote kommt”), stellte sich den begeisterten Frankfurter Fans. Er würdigte das Werk von Regisseur Yüksel Aksu als authentischen Spiegel regionaler Herzlichkeit.
Insgesamt zeigt das Festival, das zu den langlebigsten türkischen Kinoereignissen Europas zählt, in diesem Jahr über 60 Filme. Die Aufführungen finden nicht nur in Kinos und Theatern, sondern auch an ungewöhnlichen Orten wie Schulen, Seniorenheimen und einer Justizvollzugsanstalt im Großraum Frankfurt statt. Die Wettbewerbe für Lang-, Kurz- und Dokumentarfilme haben bereits begonnen, die Sieger werden am 18. Juni bekannt gegeben.
Stark frequentiert: Şebnem Bozoklu begeistert in Ober-Ramstadt

Abseits der großen Gala sorgte ein weiterer Star für volle Säle. Şebnem Bozoklu stellte in der Stadthalle Ober-Ramstadt ihre Komödie „Gelin Takımı 2” persönlich vor. Vor der Sondervorführung zeigte sich die beliebte Darstellerin überwältigt vom großen Andrang der Zuschauer aus Frankfurt. Sie hob hervor, dass bereits der erste Teil der Reihe in Deutschland ein beachtlicher Kassenerfolg gewesen sei, und zeigte sich glücklich über die Präsentation der Fortsetzung im Rahmen des Festivals. Für ihren Besuch wurde Bozoklu mit einer Dankesplakette geehrt.