Vor der Küste von Finike in der türkischen Provinz Antalya ist ein Boot mit irregulären Migranten nach einer Kollision mit einem Boot der Türkischen Küstenwache gesunken. Dabei kamen 14 Menschen ums Leben. Weitere Migranten wurden gerettet oder später an Land festgenommen.
Nach Angaben der Küstenwache wurde das Schnellboot mit zahlreichen Migranten am Montag gegen 02:24 Uhr von einer Drohne der Küstenwache vor der Küste von Finike entdeckt. Zwei Boote der Küstenwache wurden daraufhin in das Gebiet entsandt, um das mit hoher Geschwindigkeit fahrende Schlauchboot mit festem Rumpf zu stoppen.
Trotz wiederholter visueller und akustischer Aufforderungen zum Anhalten setzte das Boot seine Flucht fort. Gegen 05:09 Uhr änderte es plötzlich seinen Kurs und kollidierte mit einem Boot der Küstenwache. Durch den Zusammenstoß stürzten mehrere Migranten ins Meer.
Daraufhin wurden zusätzliche Rettungskräfte in das Gebiet geschickt, darunter ein Hubschrauber, ein Schiff sowie drei weitere Boote der Küstenwache. Im Zuge der Such- und Rettungsarbeiten konnten sechs Migranten sowie ein türkischer Verdächtiger, der mutmaßlich als Schleuser beteiligt war, lebend aus dem Wasser gerettet werden. Gleichzeitig wurden die Leichen von 14 Migranten geborgen.
Nach der Kollision gelang es dem Boot zunächst zu fliehen. Insgesamt 15 Migranten erreichten mit einem Schlauchboot die Küste im Gebiet von Demre und gingen am Strand von Beymelek an Land. Sie wurden dort von Sicherheitskräften aufgegriffen.
Die Staatsanwaltschaft von Finike leitete eine Untersuchung ein. Im Zuge der Ermittlungen wurden sechs Personen unter dem Verdacht festgenommen, an der Organisation der Schleusung beteiligt gewesen zu sein.
Die Leichen der Opfer wurden in die Leichenhalle des staatlichen Krankenhauses von Finike gebracht. Währenddessen dauern sowohl die Befragungen der Migranten als auch die Such- und Rettungsmaßnahmen auf See an, um mögliche weitere Vermisste zu finden.