FC Barcelona-Fußballcamp in Nordzypern sorgt für Proteste griechischer Zyprer

27.08.2026 – 9:12 Uhr

Nikosia – Ein Jugendfußballcamp der Barça Academy des FC Barcelona in Nordzypern sorgt für heftige Reaktionen in den griechisch-zyprischen Medien. Eine rechtsextreme Partei fordert die Absage der für September geplanten Veranstaltungen.

Auf der offiziellen Website der Barça Academy wird die Veranstaltung als „Lefkosa Camp“ angekündigt. Als Veranstaltungsort wird die Near East University in Lefkoşa im Norden der Insel angegeben.

Die beiden Trainingscamps sollen vom 7. bis 11. September sowie vom 16. bis 20. September stattfinden. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren.

Nach Angaben der Near East University sollen eigens aus Spanien anreisende, lizenzierte Trainer nach der Fußballphilosophie des FC Barcelona trainieren. Im Mittelpunkt stehen die technische und körperliche Entwicklung der Nachwuchsspieler sowie Teamarbeit und gegenseitiger Respekt.

Rechtsextreme Partei fordert Absage

Die Ankündigung stieß beim Nationalen Volksfront (ELAM), einer rechtsextremen Partei im griechisch-zyprischen Teil der Insel, auf scharfe Kritik.

Die Partei bezeichnete das Fußballcamp als „undenkbar“ und forderte sowohl die spanische Regierung als auch das Außenministerium der griechisch-zyprischen Verwaltung zum Eingreifen auf. Ziel müsse es sein, die Veranstaltung abzusagen.

ELAM forderte darüber hinaus auch die Absage des Zamna-Musikfestivals, das im Oktober im Norden Zyperns stattfinden soll.

Zypern seit 1974 geteilt

Die Mittelmeerinsel ist seit 1974 geteilt. Im Norden befindet sich die Türkische Republik Nordzypern, die international nur von der Türkei anerkannt wird. Im Süden liegt die international anerkannte Republik Zypern.

Der türkisch-zyprische Ministerpräsident Ünal Üstel kritisierte die Versuche, das Fußballcamp zu verhindern.

„Ein solcher Ansatz kann weder Vertrauen schaffen noch eine neue Zukunft für Zypern aufbauen“, sagte Üstel. „Wir haben uns dieser Haltung gestern nicht gebeugt, und wir werden es auch heute nicht tun.“

Auch der türkisch-zyprische Präsident Tufan Erhürman erklärte, Versuche, internationale Veranstaltungen im Norden zu verhindern, zielten darauf ab, die Kontakte der türkischen Zyprer zur internationalen Gemeinschaft einzuschränken.

Veranstalter betonen unpolitischen Charakter

Özer Turan, Direktor für Öffentlichkeitsarbeit der Near East University und Medienkoordinator des Fußballcamps, betonte gegenüber dem türkischen Nachrichtenportal Odatv, dass es sich um eine unpolitische Sportveranstaltung handele.

Das Camp stehe allen Interessierten offen und richte sich nicht ausschließlich an türkische Teilnehmer. Die Vorbereitungen liefen nach seinen Angaben planmäßig weiter.

Auch die Bezeichnung des Veranstaltungsortes sei nicht als politische Botschaft zu verstehen. Lefkoşa sei die türkische Bezeichnung für die Stadt, während Nicosia der englische Name sei, erklärte Turan. Die Verwendung der jeweiligen Ortsbezeichnung habe keinen politischen Hintergrund.