Familienhunde für den Ernstfall: AFAD bildet in Istanbul 19 Rettungshunde aus

24.02.2026 – 15:00 Uhr

In Istanbul werden 19 Familienhunde für den Einsatz in Katastrophen- und Krisengebieten ausgebildet. Das Ausbildungsprogramm wird von der Provinzdirektion für Katastrophen- und Notfallmanagement (AFAD) unter dem Gouverneursamt in Zusammenarbeit mit Trainern aus sechs Bezirksgemeinden durchgeführt. Ziel ist es, Haushunde in zertifizierte Such- und Rettungshunde zu verwandeln.

Die ausgewählten Tiere, die allesamt bei ihren Besitzern zu Hause leben, durchliefen zunächst ein umfassendes Auswahlverfahren. Insgesamt hatten sich mehr als 1.000 Interessierte gemeldet. Nach der Prüfung der Haltungsbedingungen und Informationsgesprächen mit den Haltern wurde die Zahl der Kandidaten zunächst auf 60 reduziert. Schließlich wurden 19 gesunde, belastbare und traumafreie Hunde mit stark ausgeprägtem Such- und Beutetrieb ausgewählt.

Die einjährige Ausbildung soll Hund und Halter gleichermaßen auf Einsätze vorbereiten. Nach Abschluss erhalten beide eine offizielle Zertifizierung, die sie für Such- und Rettungseinsätze qualifiziert.

AFAD-Ausbilder Ceyhun Ersöz verwies auf die verheerenden Erdbeben vom 6. Februar 2023 im Zentrum der Provinz Kahramanmaraş. Diese hätten eindrucksvoll gezeigt, wie entscheidend Such- und Rettungshunde durch ihre Schnelligkeit und Präzision bei der Lokalisierung von Verschütteten seien. „In Notfällen wollen wir ihren Jagdinstinkt und ihre feine Nase in lebensrettende Fähigkeiten verwandeln“, sagte Ersöz.

Derzeit verfügt Istanbul über 28 aktive Such- und Rettungshunde, landesweit sind es 104. Zu den freiwilligen Teilnehmern gehört Doğancan Özsoy, der mit seinem sieben Monate alten Labrador „Dayı“ trainiert. Auch Ceren Saraç nimmt mit ihrem zweijährigen Labrador „Co“ teil. Beide beschreiben das Training als anspruchsvoll, aber sinnstiftend – insbesondere vor dem Hintergrund der schweren Erdbeben von 2023.